5 Schritte zum erfolgreichen Podcast-Creator

„Ziemlich sicher glaube ich, dass nationale Podcast-Creator ähnliche Umsätze erzielen können wie die größten nationalen Creator bei YouTube oder Instagram.“ (Philipp Westermann, Gründer OMR)

Wenn ihr auch ins Podcast Geschäft einsteigen wollt, haben wir hier für euch einen Quick-Guide für euren ersten eigenen Podcast. Wie immer kann man sowohl technisch als auch inhaltlich alles bis auf die Spitze treiben, aber da Podcasts ein tolles Medium sind, um das eigene Broadcasting mit wenig Aufwand an den Start zu kriegen, beschränken wir uns in diesem Blogpost auf einen pragmatischen Ansatz, der euch helfen soll, so schnell wie möglich eigene Erfahrungen mit dem Podcasting zu machen.

Radio für das Digitale Zeitalter

Unter Podcast versteht man Audioformate, die auf Online-Plattformen on-demand abgerufen werden können. In Deutschland sind die größten Plattformen für Podcasts iTunes, Spotify oder Soundcloud. Podcasts gibt es nahezu zu allen Themen: beruflich, privat, Hobby, Liebe & Beziehung, Politik usw.. Das größte Angebot gibt es im angelsächsischen Bereich, wobei in den letzten Jahren das deutsche Angebot auch extrem angewachsen ist und mittlerweile mehr als jede vierte Deutsche Podcasts hört.

DER WEG ZUM EIGENEN PODCAST

Um ein eigenes Podcast-Format zu launchen, bedarf es im Wesentlichen fünf elementarer Schritte:

  1. Idee & Konzeption
  2. Aufnahme
  3. Editing
  4. Distribution
  5. Community Management

Im Folgenden wollen wir euch kurz durch diese fünf Schritte führen, damit ihr direkt mit eurem eigenen Podcast loslegen könnt.

IDEE UND KONZEPTION

Als erstes müsst ihr eine Idee für euren Podcast entwickeln. Eine Idee, die euren Podcast interessant für die Zuhörer macht und ihre Zielgruppe findet. Idealerweise habt ihr schon ein Thema im Hinterkopf. Nun müsst ihr prüfen, ob es wirklich in ein Podcastformat passt und ob es nicht schon 1000 andere Podcasts in diesem Bereich gibt. Dazu bietet sich eine kleine Recherche bei iTunes und Spotify an. Podcasts werden generell in Kategorien, jedoch auch mit Keywords getagt, das bedeutet, dass auch eine inhaltliche Recherche mit Keywords die entsprechenden Podcasts zutage fördert.

Gibt es in diesem Bereich noch kein entsprechendes Format, dann solltet ihr an die Namensfindung gehen. Euer Name sollte zum einen noch nicht vergeben sein, im Sinne einer effektiven Vermarktung achtet aber auch darauf, dass die Domainnamen für eine mögliche Landingpage noch frei sind. Sprecht uns gerne für eine professionelle URL Recherche an. Wir helfen euch gerne dabei, den richtigen Domainnamen zu finden und gleich zu reservieren.

Nach der Namensfindung macht euch an die konzeptionelle Aufstellung eures Formats. Generell müsst ihr euch überlegen, ob ihr alleine das Thema stemmen wollt, oder eher an ein Interviewformat denkt, bei dem ihr mit Gästen über die Themen sprechen wollt. Wir empfehlen grundsätzlich nicht nur die erste Folge im Kopf zu haben, sondern auch gleich inhaltliche Schwerpunkte für die nächste 4-5 Folgen zu setzen. So merkt ihr gleich, ob eure Idee auch eine Serie trägt, denn das ist es ja, was einen Podcast ausmacht.

Stellt euch einen Podcast als unendliche Serie vor, die ihr über einen langen Zeitraum mit Themen füllen könnt. Klappt das, dann habt ihr ein gutes Konzept gefunden. Gute Beispiele für solche Formate sind zum Beispiel der „AWFNR“ Podcast von Yoko Winterscheidt und Paul Ripke oder „Fest & Flauschig“ der wohl erfolgreichste deutschsprachige Spotify-Podcast von Jan Böhmermann und Olli Schulz, bei dem sich die Moderatoren jede Woche darüber unterhalten, was ihnen jeweils in der vergangenen Woche passiert ist. Ein definitiv unendliches Format, das nur dann aufhört, wenn die Macher sich entschließen, es zu beenden.

Classicpodcars

Bei anderen Formaten, die sich z. B. mit bestimmten fachlichen Themen auseinandersetzen, muss man genau prüfen, ob hier genug Informationen für eine längere Produktionsstrecke zur Verfügung stehen. Zum Beispiel, wie wir es mit unserem Oldtimer-Podcast „Classicpodcars“ geprüft haben. Das Konzept sieht vor, jede Folge einen Oldtimer zu besprechen. Das ist zwar grundsätzlich ein endliches Format, aber aufgrund der Vielzahl an Autos, die man besprechen könnte, ist dieser Ansatz als nahezu unendlich anzusehen!

Man kann ein Format auch von Anfang an als endliches Format konzeptionieren. Christoph Magnussen und Michael Trautmann zum Beispiel haben ihr Format „On the Way to New Work“ ursprünglich auf 100 Folgen angelegt, indem sie auf zwei Jahre für jede Woche eine Sendung zum Thema New Work geplant haben – mit der Idee, daraus dann ein Buch zu entwickeln. Mittlerweile haben die beiden sich jedoch von diesem Ansatz gelöst und führen den Podcast mittlerweile als „unendliches“ Format weiter.

Wir werden oft gefragt, was die optimale Länge eines Podcast ist. Dazu gibt es genauso viele Meinungen, wie es Podcasts gibt. Die Kollegen von OMR die mit ihrem Gründer Philipp Westermann das Podcasting in Deutschland vor einigen Jahren einen regelrechten Boost beschert haben, sprechen davon, dass ein Podcast „nicht länger als ein Inlandsflug“ sein darf … in Zeiten eines grünen Footprint, sind wir hier wohl eher bei einer Zugfahrt mit dem ICE von Frankfurt nach Köln, also irgendwo knapp unter einer Stunde.

Das bedeutet aus unserer Sicht jedoch nicht, dass ein Podcast nicht auch deutlich kürzer sein darf. Das ist wirklich eine Frage des Formats, der Zielgruppe und auch des „Genussmoments“, also in welchem Kontext und bei welcher Aktivität die Zielgruppe den Podcast konsumiert: wirklich auf der Autofahrt, im Zug, beim Sport oder der Zigarettenpause?!

Viele Podcasts entwickeln neben der ersten inhaltlichen Folge noch eine so genannte „Episode Zero“ – ein gesprochenes Vorwort, das die Protagonisten und das Konzept des Podcasts vorstellt und dem Hörer einen Eindruck vermitteln soll, was ihn in den folgenden Podcast-Folgen erwartet. Generell ist eine „Folge 0“ auch ein guter Technik- und Produktions-Test, bei dem man das Equipment und die Produktions-Umgebung einem ersten Stresstest unterziehen kann. Grundsätzlich empfehlen wir die Folge 0 und die Folge 1 zusammen zu produzieren und mehr oder weniger zeitgleich zu publizieren. Zumal auch Podcast-Dienste – wie z. B. iTunes – Podcasts erst mit mehreren Folgen in ihr Programm aufnehmen. Doch dazu später mehr.

AUFNAHME

Wobei wir beim Thema „Produktion“ wären. Grundsätzlich ist jede Form der Audioaufnahme geeignet einen Podcast zu produzieren. Handelsübliche Smartphones verfügen heute schon über die Möglichkeit, Audioaufnahmen zu machen. Damit kann man auch erstmal starten. Die Anschaffung von professionellem Podcast-Equipment kostet Geld und sollte erst dann erfolgen, wenn das Format tatsächlich bereits die ersten Erfolge erzielt und es absehbar ist, dass es langfristig produziert wird.

Für die ersten Folgen ist es sicherlich ok, Equipment zu leihen oder sich in Studios einzumieten, um Erfahrung mit der Technik zu machen und im Idealfall auch eine professionelle Einweisung zu bekommen. Wir bieten mittlerweile komplette Podcast-Schulung an, bei der ihr auf unserem Equipment die ersten Podcast Gehversuche machen könnt, um dann entscheiden zu können, mit welchem Equipment ihr am besten klarkommt und ob ihr dafür Geld ausgeben wollt.

Ein Podcast Equipment besteht aus

  1. Einem oder mehreren Mikrophonen, ggf. Schwenkarmen und Popschutz
  2. einer Aufzeichnungseinheit, z. B. einem Laptop, einer mobilen Aufnahmeeinheit (Zoom h6) oder einem professionellen Mixer/Recorder, wie z.B. dem Rode RØDECaster Pro
  3. und Audio-Software, wie Garageband, Audacity oder Audition von Adobe
Podcast Equipment

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit mit einem USB Mikrofon direkt auf den Laptop oder Computer aufzunehmen, allerdings nur mit einem Mikro. Will man Interviews oder Doppelmoderationen durchführen, dann ist es notwendig die Mikros als einzelnen Spuren aufzunehmen: entweder mit einem Interface oder einem separaten Audio-Recorder (s. o.).

Es ist durchaus üblich, dass man Podcasts mit Menschen aufnimmt, die nicht im selben Raum sitzen. Hierzu kann man auf der einen Seite einfache Web-Telefonie Tools, wie zB Skype nutzen, oder das Telefonsignal des anderen aufnehmen. Dabei ist die Qualität i.d.R. nicht besonders gut. Sollte man planen regelmäßig remote Podcasts aufzunehmen, dann empfiehlt es sich, dass beide Parteien ihre eigene Stimme separat mit einem guten Mikro aufnehmen und sich via Telefon nur gegenseitig hören. Dann muss eine der beteiligten Parteien die Audiofiles der anderen „einsammeln“ und in einem Audioprogramm zusammenfügen. Was uns zum Thema „Editing“ führt.

EDITING

Sobald man die Aufnahmen im Kasten hat beginnt der Schnitt. Grundsätzlich kann man in den oben erwähnten Programmen die Audiofiles beliebig nachbearbeiten. Üblicherweise kann man die Lautstärke der einzelnen Kanäle angleichen, ganze Sequenzen oder Versprecher rauschneiden, aber auch Intros oder Werbeblöcke nachträglich hinzufügen.

Hierzu bedarf es eines gewissen Grundverständnis von Schnittsoftware und deren Handhabung. Hier helfen Tutorials oder fachkundige Partner durchaus weiter. Am Ende spielt man die Files in einem für das Web geeigneten Format, zum Beispiel MP3, aus, um sie dann bei einem Podcast-Hoster hochladen zu können. Vorsicht ist bei rechtebehafteter, vor allem GEMA-pflichtiger Musik geboten, die zu hohen Abgaben führen können. Hier gibt es einige Anbieter von GEMA-freier Musik, bei denen man für geringe Gebühren entsprechende Musikstücke für Jingles und Einspieler einkaufen kann.

Schnittsoftware

DISTRIBUTION

Um einen Podcast unter das Volk zu bringen, muss man ihn im Web ablegen und erreichbar machen. Dies kann man auf eigenen Servern machen oder über kommerzielle Podcast Hoster wie Soundcloud. Diese ermöglichen nicht nur das physische Abspeichern der Audiodatei, sondern auch das Bereitstellen von Shownotes, Bildern und die Verschlagwortung. Bei der Verwendung von Bildern oder Fotos passt bitte auf, dass ihr die Rechte an den Bildern habt! Solltet ihr Bilder aus dem Web verwenden, lauft ihr Gefahr, abgemahnt zu werden, was durchaus empfindliche Kosten nach sich ziehen kann.

Shownotes nennt man den Begleittext der Podcast-Folge, in dem der Hörer nochmal die erwähnten Links und Referenzen nachlesen kann. Die Shownotes sind ein schönes Tool, um auch die Verschlagwortung der Folge noch etwas spezieller zu gestalten. Einige Podcast-Formate stellen in den Show-Notes auch eine Timeline – also eine zeitliche Abfolge der angesprochen Themen – zur Verfügung, um es den Hörern zu erleichtern, bei langen Episoden einzelnen Themen anzusteuern.

Am Ende vom Tag steht euer Podcast dann mit all diesen Informationen im Netz und kann dann bei den großen Portalen, wie Spotify, iTunes, deezer etc. bereitgestellt werden. Hierzu müsst ihr einen RSS Feed verwenden, der euren Podcast referenziert. Gebt ihr den RSS Link in eurem Wunschportal an, so übernimmt dieser alle Informationen und listet euch in seinem Verzeichnis. Geht das bei Spotify recht unkompliziert und schnell, so prüft zB iTunes die Folgen nochmal und listet euch auch erst, wenn ihr mehrere Folgen publiziert habt. Seid ihr erst einmal auf den Portalen gelistet, könnt ihr mit der Bewerbung des Podcast beginnen und eure Community aufbauen.

Community Management

Wie mit allem Webcontent ist Relevanz auch bei Podcasts der Schlüssel zu digitalem Erfolg. Trefft ihr mit eurem Angebot einen Nerv, oder bedient eine spezifische Nische, dann wächst eure Community sicherlich schneller, als wenn ihr im Mainstream unterwegs seid. Um das Wachstum eurer Fanbase zu steigern gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Zum einen solltet ihr eine Landingpage einrichten, auf die ihr eure Aktivitäten referenzieren könnt und ihr auch per Websuche zu euren Themen gefunden werdet, nicht nur auf den Plattformen. Wir bieten für diesen Fall kleine, feine WordPress Seiten an, die speziell auf das Publizieren von Podcasts ausgerichtet sind. Sprecht uns gerne dazu an.

Social Media, hier Instagram und aktuell sicherlich auch Tiktok, sind gute Multiplikatoren, auf denen ihr den Inhalt aus den Podcast-Folgen in kleinen Häppchen nochmals verwenden könnt!

Und, wenn ihr die Möglichkeiten habt, kann man auch mit Paid-Media, also mit gekaufter Werbung bei Google, Facebook und Co. Das Wachstum eurer Hörerschaft steigern.

Wichtig ist bei allem, dass ihr eure Hörer und Fans einbezieht. Stellt E-Mail Adressen zur Verfügung, an die sich die Hörer mit Ideen und Wünschen wenden können. Weist auf andere Kanäle, wie Social Media oder Newsletter hin. Antwortet, wenn ihr Anfragen bekommt. Bezieht eure Hörer (und damit deren eigene Netzwerke) mit in eure Kommunikation ein. Grundsätzlich sind auch Partnerschaften ein probates Mittel, um eurer Reichweite gerade am Anfang zu erhöhen. Bietet inhaltlich relevanten Partnern an, sie in eurem Podcast zu erwähnen, wenn sie euch dafür auf ihre Reichweite „heben“, also euch verlinken, erwähnen, im Idealfall explizit weiterempfehlen!

Zusammenfassung

Mit dem Podcasten anzufangen ist kein Hexenwerk. Mit einer guten Idee, dem ausreichenden Einsatz von sowohl Zeit als auch Kreativität und – am Anfang überschaubaren finanziellen Mitteln – kann man durchaus relevanten Audio-Inhalt im Web bereitstellen.

Möchtest du einen Podcast für dein Unternehmen starten? Wir können helfen!

Da wir selbst einige Podcast Formate betreiben, können wir euch mit Erfahrung aus erster Hand dabei helfen, euer Podcast-Format zu produzieren. Sprecht uns gerne dazu einfach an, schickt uns eine eMail oder schaut euch auf unserer Webseite um!

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