Agilität ist weiblich – Moni & Shari von Braintalk #72

Podcast-Folge mit Moni und Shari von Braintalk

Ist agiles Führen weiblich? Und gibt es Strategien, um sich als Frau in einer von Männern dominierten Unternehmenswelt durchzusetzen? Über diese spannenden Fragen sprechen Shari und Moni von Braintalk mit KEMWEB CEO Oliver Kemmann in der neuen Folge von „Das Digitale Sofa“.

Shaghayegh Amiri (Shari) und Anemone Ahmad Nejad Paleko (Moni) sind die Gründerinnen der Braintalk Podcast-Community – und Hosts des Braintalk Podcasts. Sie vernetzen Podcaster*innen miteinander, um Wissenstransfer und Kooperationen zu fördern. Für ihre Arbeit wurden die beiden bereits mit dem Digital Female Leader Award nominiert.

Für die Zwei fängt die Ungleichheit, die Frauen im Beruf erleben, bereits bei der Erziehung an: Mädchen können keine Mathe oder Führung heißt Druck ausüben. Shari hört oft, ihr Führungsstil im Unternehmen sei weiblich. Sie selbst sagt: Er basiert auf Vertrauen. Selbstverständliche Equality, ohne dass man darüber reden muss – das wäre der Wunsch der beiden Podcast-Gäste.

Was Männer und Frauen voneinander lernen können, wie Startups eingefahrene Rollen in der Unternehmenswelt verändern und ob Frauen wirklich im Mutterschutz ihre Kompetenzen verlieren – das alles erfahrt ihr in der neuen Female-Leadership-Folge von „Das Digitale Sofa“!

Shownotes:

Website Braintalk Podcast-Community

LinkedIn-Profil Moni

LinkedIn-Profil Shari

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ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT MONI UND SHARI IM ÜBERBLICK:

  • Vorstellung von Moni und Shari (ab 01:04)
  • Wie sich die beiden in männerdominierten Branchen durchsetzen (ab 08:27)
  • Über anerzogene Vorurteile und einseitige Schuldbildung (ab 23:25)
  • Mehr Equality bei Startups als bei traditionellen Unternehmen? (ab 29:11)
  • Über weibliche und männliche Führungseigenschaften (ab 30:35)

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

Moni und Shari: ein weibliches Powerduo. Zusammen haben sie die Braintalk Podcast Community gegründet und sind Hosts des Braintalk Podcasts. Wie das zustande kam? Auf Instagram kennengelernt und auf Anhieb super verstanden. Viel über Finanzen, Aktien, Wirtschaftsthemen und darüber, wie sie als Frauen tougher im Business werden können, gesprochen und diskutiert. 2019 entschieden sie sich nach einem Telefongespräch spontan einen Podcast zu starten, um mit anderen ihr Wissen zu teilen. Anfang 2020 gründeten sie schließlich die Braintalk Podcast Community für Podcaster und die, die es noch werden wollen. Anfangs nur ein Hobby, betreuen sie ihr Projekt heute professionell neben ihren Vollzeitjobs. Mittlerweile sind sie auf den Playlists gelandet und waren sogar für den Digital Female Leader Award nominiert.

 

Zwei Businessladies

Shari ist eine richtige Techwoman: Sie hat Wirtschaftsinformatik studiert und arbeitet bei einem französischen Großkonzern als Entwicklerin und Teamleiterin. Moni arbeitet als Senior Manage Expert bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Bereich der Wissensvermittlung und kommt ursprünglich aus der Politikwissenschaft.

 

Eine der wenigen Frauen im Tech-Bereich

Moni und Shari hatten einfach Lust darauf, etwas Eigenes mit ihrem Podcast zu entwickeln. Heute geben sie ihr Wissen an ihre Community weiter. Die Themen, über die sie in ihrem Podcast sprechen, ergeben sich oft spontan. Themen wie Female Leadership und Diversity beschäftigen sie. Denn: Beide mussten sich im Studium und Job schonmal Sprüche anhören.

Zwar war Shari das Thema lange gar nicht richtig bewusst. Sie ist da eher so reingerutscht, wie sie es ausdrückt. Für sie war es normal nur mit Männern zusammenzuarbeiten, weil sie es so gewöhnt war. Sie war eine von 5 Frauen unter 200 Studierenden der Wirtschaftsinformatik. Bis zum Ende geblieben sind 2 Frauen, eine davon Shari. Mit ihrer weiblichen Denkweise hat sie sich trotzdem durchzusetzen können. Trotzdem hat auch sie Sprüche zu hören bekommen.

Moni erging es ähnlich im Studium: Viele Männer, wenige Frauen. Sie hat sich, ähnlich wie Shari, auch mal männliche Verhaltensweise abgeguckt. Trotzdem konnte sie auf weibliche Art und Weise zeigen, wenn sie etwas gestört hat. Im Großkonzern muss sie sich auf Augenhöhe durchsetzen können und sich entsprechend artikulieren können. Dafür hat sie viel an sich gearbeitet, um sich an die jeweiligen Gesprächspartner anpassen zu können, wie sie sagt. Sie versucht, sich in Männer hineinzuversetzen und fragt sich, wie diese handeln würden, um ernst genommen zu werden und um sich nicht vorwerfen zu lassen, als Frau zu emotional zu handeln. Mittlerweile hat sie einen Weg gefunden, sich treu zu bleiben, aber auch ernst genommen zu werden.

 

Handeln Frauen zu emotional?

Auf KEMWEB CEO Oliver Kemmanns Frage hin, warum oft der Eindruck entstünde, dass Frauen sich anpassen müssten, antworten sie, dass das eine Frage der Mentalität sei. In den deutschen Köpfen wäre noch nicht angekommen, dass Frauen genauso gute Leader wie Männer sein können, in den skandinavischen Ländern beispielsweise dagegen schon. Frauen sollten mutiger sein und sich mehr durchsetzen, um Karriere und Kinder unter einen Hut bringen zu können. Und sich an männliche Verhaltensweisen anzupassen, hieße nicht gleich den Charakter zu verändern. Frauen könnten sich trotzdem treu bleiben. Darüber hinaus könnten sich Männern genauso weibliche Verhaltensweisen abgucken und sich an diesen orientieren: „[E]s [ist] unheimlich wichtig, dass auch Männer lernen, sich anzupassen oder auch mal Eigenschaften von uns zu übernehmen, also von uns z.B. zu lernen, empathischer zu werden. Wie zeige ich gegenüber meinen Kollegen oder Kolleginnen oder meine Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen Wertschätzung? Wie zeige ich ihnen das, dass die Arbeit, die sie tun, auch wichtig ist und auch gut ist? Weil das können ja auch viele, viele Manager zum Beispiel nicht.“

 

Frauen und Technik

Dass der Tech-Bereich in Deutschland nach wie vor männlich geprägt ist, ist kein Geheimnis. Moni und Shari sind der Überzeugung, dass Frauen mit der Zeit gehen und sich anpassen sollten, um in diesen Bereich vorzustoßen. Als Grund für den mangelnden weiblichen Nachwuchs sehen sie v.a. das deutsche Bildungssystem. Die weiblichen Vorbilder würden fehlen bzw. in der Schule nicht vermittelt werden. Es würden zu viele Bias vorherrschen. So hätte Moni in der Schule gelernt, dass Frauen schlecht in Mathe wären. Mädchen würden so nicht ermutigt, ihre Zukunft unabhängig von Klischees zu gestalten. Die „Bias definieren uns“.

Sharis Eltern hätten diese dagegen frei von Klischees erzogen. Sie hätte gelernt, sich als Individuum zu sehen. Dass in der Schule mehr auf Diversity geachtet werden sollte, darin sind sich beide aber einig. Themen wie das Frauenwahlrecht sollten im Unterricht angesprochen werden. Und die Lehrkräfte sollten dementsprechend ausgebildet werden. Denn: Sie erziehen zum Großteil die Generation von morgen mit!

Was Moni und Shari unter „real divers“ verstehen und welche Fragen ihrer Meinung nach Frauen auf keinen Fall in Bewerbungsgesprächen gestellt bekommen sollten? Die Antworten erfahrt ihr in der neuen Folge von „Das Digitale Sofa“. Viel Spaß!

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