Apps bauen leicht gemacht – Diana Knodel – Informatikerin & Serial-Entrepreneur #76

Wie lassen sich Kinder und speziell Mädchen für Informatik und Programmierung begeistern? Dieser enorm wichtigen Frage hat sich Diana Knodel angenommen – und im Podcast-Gespräch mit KEMWEB CEO Oliver Kemmann wird schnell klar, dass die promovierte Informatikerin, Buchautorin und Seriengründerin dabei keine halben Sachen macht.

Wie Kinder ihre ersten Erfolgserlebnisse beim Programmieren haben können, zeigt sie in ihren Einfach-Programmieren-Büchern und mit ihrem Non-Profit-Unternehmen App Camps. Letzteres stellt Lehrkräften kostenlose Unterrichtsmaterialien rund ums Programmieren von Apps, Websites und vielem mehr zur Verfügung. Ihre Plattform Fobizz ergänzt das Angebot durch Online-Fortbildungen für Lehrkräfte.

Den möglichst frühen Zugang von Kindern zu Medienbildung und Informatik sieht Diana als Schlüssel zu digitalem Verständnis – und zu mehr Mädchen in Tech-Berufen. Selbst eher zufällig ins männerstarke Medieninformatik-Studium gerutscht, wünscht sie sich mehr Diversität in der Branche. 

Was die Frei Day-Initiative mit dem Ganzen zu tun hat? Und wovon Dianas neues Projekt Pubstage handelt? Das und vieles mehr hört ihr in der neuen Folge unserer Female Leadership-Reihe von „Das Digitale Sofa“!

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Shownotes:

Diana und Philipp Knodel: Einfach Programmieren lernen mit Scratch

Diana und Philipp Knodel: Einfach Programmieren lernen

Webseite von App Camps

Webseite von Fobizz

Webseite der FREI DAY-Inititiative 

Webseite von Pubstage

Dianas LinkedIn Page

ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT DIANA KNODEL IM ÜBERBLICK:

  • Über Diana, Apps, Mädchen und Workshops (ab 01:02)
  • Wie Diana mit ihren Büchern Kinder fürs Programmieren begeistert (ab 04:30)
  • Weshalb sich so wenige Mädchen für Informatik interessieren (ab 08:41)
  • Über Dianas Projekte App Camps, Fobizz und Pubstage (ab 15:01)
  • Weshalb Kinder in der Schule agiles Arbeiten lernen sollten (ab 22:25)

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

„[W]ir [hatten] damals für Mädchen einen Workshop organisiert zum Thema App Entwicklung, so als ehrenamtliches Projekt und das kam unglaublich gut an“. So startete Diana Knodel ihre Edtech-Karriere. Heute führt sie nicht nur mehrere Unternehmen, sondern hat auch zwei Einfach-Programmierlernen-Bücher für Kinder geschrieben. Momentan arbeitet sie an ihrem dritten Projekt. Pubstage soll als Plattform die Möglichkeit geben, Online-Kurse oder andere digitale Produkte zu erstellen und zu verkaufen. Ihre weitere Plattform Fobizz richtet sich dagegen ausschließlich an Lehrkräfte. Diese können dort eigene Online-Fortbildungen entwickeln und für andere Lehrkräfte zur Verfügung stellen. Die Fortbildungen finden digital und deutschlandweit statt. Durch die Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Kursen zu den Themen Online-Tools und virtuellem Unterricht extrem gestiegen. Fobizz ist aus der Idee zu ihrem ersten Non-Profit-Unternehmen App Camps entstanden. App Camps richtet sich ebenfalls an Lehrkräfte und stellten diesen Unterrichtsmaterial bereit. Ziel ist es, dass Lehrkräfte die Themen Informatik und Medienkompetenz ganz unkompliziert im Unterricht anbieten können.

Von der Medieninformatik zur Medienbildung

Die Leidenschaft für Medienbildung entwickelte sie bereits als Studentin. An der Uni studierte sie Medieninformatik und gehörte dort zu dem Frauenanteil von 30%. Auch heute ist das Fach nach wie vor männerdominiert. Diana kam eher zufällig zur Medieninformatik. Ursprünglich wollte sie etwas mit Medien machen. Mit Informatik hatte sie bis dahin gar nichts am Hut. Anfangs war es alles andere als leicht für sie. Heute ist sie promovierte Medieninformatikerin und erfolgreiche Gründerin.

„Aber ich glaube, dass es auch ein Grund ist, warum es mir so wichtig ist, dass man vor allem Mädchen oder Zielgruppen, die sie jetzt nicht direkt dafür begeistern, dass man denen die Chance gibt, das früher kennenzulernen. Durch so ganz einfache unkomplizierte Workshops, die man in der Schule machen kann, dass man einfach sieht, was steckt da dahinter. Und sich dann vielleicht überlegt, ob man nicht doch mal in den Bereich gehen möchte. Weil wie gesagt, bei mir war es wirklich Zufall, also dass ich das ausgewählt habe und es hätte auch was ganz anderes werden können, habe ich mir so im Nachhinein gedacht.“

Ehrenamtliche Workshops und Karriere als Buchautorin

Während ihrer ersten Elternzeit vor acht Jahren fing Diana an, sich nach eigenen Projekten umzuschauen. Die Zeit, die sie im Silicon Valley und in San Francisco verbrachte, inspirierte sie. Damals kam sie das erste Mal mit dem Tool App-Inventur in Kontakt, dass den Einstieg in App-Herstellung vereinfacht. Nach der Elternzeit organisierte sie zusammen mit ihrem Mann ehrenamtlich einen Workshop für Mädchen zum Thema App-Entwicklung – und erhielten eine super Resonanz. Aufgrund großer Nachfrage entschied sie sich im Bereich Medienbildung einzusteigen. Daraus entstand 2014 schließlich das Non-Profit-Unternehmen App Camps, dass Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte entwickelt und auf einer Plattform anbietet. Ziel ist es, mehr SchülerInnen für Programmierung und Informatik zu begeistern. Schließlich wurde der Carlsen Verlag auf sie aufmerksam, für den Diana die beiden Bücher „Einfach Programmieren lernen mit Scratch“ und „Einfach Programmieren für Kinder“ geschrieben hat.

Mädchen und Informatik?

„Also ursprünglich, als wir mit dem Thema App Entwicklung gestartet sind. Das war ja so unser erstes Thema […] [m]an kann einfach unglaublich viel damit machen und auf alle Fälle auch schon in der Grundschule.“ Es gäbe vielfältige Möglichkeiten für Kinder zu programmieren. In der Grundschule wären Mädchen und Jungs gleichermaßen begeistert. Später im jugendlichen Alter würden sich Mädchen allerdings mehr und mehr distanzieren. Diana ist der Überzeugung, dass Mädchen in dem Alter besonders weiblich sein wollen und deshalb Vorurteile gegenüber den als männlich geprägten MINT-Fächern, wie Maschinenbau, Physik, Informatik, hätten.

Dianas Ziel ist es, genau dieses Verhalten aufzubrechen und zu zeigen, dass es durchaus Frauen in diesen Bereichen gibt und dass es Spaß macht, seine Ideen kreativ in ein digitales Produkt zu übersetzen. In ihren Unterrichtsunterlagen und Erklärvideos achtet Diana deshalb darauf, dass dort diverse Rollenbilder gezeigt werden.

Wann wird es mehr Diversität in der Tech-Branche geben?

Für die Zukunft wünscht sich Diana mehr Diversität in der Tech-Branche: So sollten ihrer Meinung nach nicht nur mehr Frauen, sondern auch beispielsweise unterschiedliche Nationalitäten vertreten sein. Trotz vieler Initiativen hat sich nach Dianas Empfinden bis jetzt allerdings kaum etwas verändert. Aber wir schafft man nun eine Änderung? Diana bringt dabei die Möglichkeit interdisziplinärer Fächer ins Spiel. Es müssten mehr Fächer wie Medieninformatik geben, die einen technischen und nicht-technischen Anteil haben. Damit könnten mehr Frauen angezogen und neue Zielgruppen begeistert werden.

Darüber hinaus sollten bereits in der Schule unterschiedliche Lernmethoden angeboten werden. So sollten Kinder Selbstorganisation und agiles Arbeiten lernen können. Schulen sollten mehr Projektarbeit und weniger einzelne Fachgebiete unterrichten. So macht es die Frei Day-Initiative vor: Ein Tag in der Woche sollen sich Schüler mit eigenen Projekten beschäftigen können. In diesem Rahmen könnten auch mehr Programmierungsprojekte gestartet werden.

Ihr wollt alles zum Thema Medienbildung und außerschulische Angebote erfahren? Dann ist das genau eure Folge! Hört rein in „Das Digitale Sofa“!

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