Creative Consulting – Oliver Janik von Condé Nast Germany #84

Wie sich ein etabliertes Medienunternehmen strategisch neu ausrichten lässt? Das erklärt unser neuer Podcast-Gast Oliver Janik. Warum der Chief Business Officer von Condé Nast Germany die verlagseigene Kreativ- und Vermarktungsunit CNX aufbaut, erzählt er im Gespräch mit KEMWEB CEO Oliver Kemmann.

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Zum Portfolio von Condé Nast Germany gehören namhafte Zeitschriften wie die Vogue, Glamour, GQ und AD. Nun positioniert sich das exklusive Medienunternehmen neu. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Etablierung von CNX als Unternehmensberatung für Luxus und Lifestyle-Kunden.

Janik ist überzeugt: Niemand kennt den Luxury Consumer so gut, wie Condé Nast. Jahrelange Erfahrung im Bereich Fashion und Luxury machen deshalb die ganzheitliche Beratung von Kunden weltweit möglich.  Ziel ist es, das Unternehmen früher im Go-to-Market Prozess eines Produkts zu positionieren und bereits bei der Entstehung desselben mitzuwirken. Ein spannendes Konzept, dass dem modernen Medienunternehmen völlig neue Geschäftsbereiche eröffnet!

Ihr wollt wissen, was Oliver Janik über seinen Werdegang und seine beruflichen Stationen erzählt? Weshalb Resilienz ein wichtiges Thema für ihn ist? Das und vieles mehr erfahrt ihr in der neuen Folge von „Das Digitale Sofa – Impulse!

Shownotes:

Webseite von CNX Condé Nast

Webseite von Condé Nast Germany

 LinkedIn Page von Oliver

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ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT OLIVER JANIK IM ÜBERBLICK:

  • Die neue Position: CNX (ab 04:55)
  • Wie wird man Agentur-Mensch? (ab 14:03)
  • Agentur ist sexy oder Die DDB Group (ab 23:23)
  • Über sich selbst lernen: Systemisches Coaching (ab 28:44)
  • Kunst, Tellerrandblick, Inspiration (ab 35:10)
  • Der Umgang mit der Krankheit (ab 38:27)

Podcast-Zusammenfassung

In der neuen Folge von Das Digitale Sofa sprechen zwei alte Freunde miteinander: KEMWEB CEO Oliver Kemmann und Oliver Janik, der neue Chief Business Officer von Condé Nast Germany. Für Oliver Janik ist es ein bewegtes Jahr gewesen, denn er wird zum Werbemann des Jahres gekürt und verlässt fast zeitgleich die DDB Group, um sich dem Medienhaus Condé Nast zuzuwenden. Olivers Hauptaufgabe wird es dort sein, die verlagseigene Kreativ- und Vermarktungsunit CNX aufzubauen.

Medienunternehmen vs. Agentur

Für Oliver war der Wechsel keine Überraschung, sondern der nächste Schritt. Überrascht war er allerdings davon, dass die Abläufe und Entscheidungsprozesse in dem großen Unternehmen mindestens so schnell ablaufen wie in Agenturen. „Ich bin jetzt ja nicht bei irgendeinem Unternehmen, sondern ich bin ja bei einem Medienunternehmen. Das heißt also, in einem Unternehmen, was man bis vor ein paar Jahren noch Verlag nannte. […] Aber sowas nennt sich natürlich heutzutage total fresh und trendy 21st century media company  […] Es hat einfach mit dem Verlag, so wie man sich einen Verlag vorstellt, natürlich auch gar nix mehr zu tun.“

Luxus-und Lifestyle Spezialist

Während das Unternehmen an sich vielen Verbrauchern nicht sehr bekannt sein dürfte, sind die einzelnen Marken es umso mehr. Zum Portfolio von Condé Nast Germany gehören viele Zeitschriften aus dem Luxus- und Lifestyle Segment wie Vogue, Glamour, GQ und AD. Spannend findet Oliver die Neupositionierung des exklusiven Medienunternehmens, denn CNX möchte sich als Unternehmensberatung für Luxus und Lifestyle-Kunden etablieren. Er freut sich auf diese Herausforderung, denn Janik bezeichnet Condé Nast als die „Urmutter“ im Bereich Fashion und Luxury und diese jahrzehntelange Erfahrung machen eine ganzheitliche Beratung von Kunden weltweit möglich. Anders als die meisten Agenturen kann das Unternehmen so früher im Go-to-Market-Prozess eines Produkts positioniert werden und bereits bei der Entstehung eines (Lifestyle-)Produktes mitwirken.

Olivers Werdegang zum Agenturmenschen

Seine ersten Praktika hat er bereits in Werbe-Agenturen gemacht, getrieben wurde er aber von der Idee, „etwas mit Sport zu machen“. So kam er zum Sportmarketing. Da er immer neugierig auf neue Möglichkeiten war, scheute er auch vor spontanen Umzügen nicht zurück und zog nach München, um u. a. bei Avantgarde Sponsoring zu arbeiten. Begeistert hat Janik immer, wie viel er an den unterschiedlichen Stationen lernen konnte. Auch die Chance, eine Agentur von Null mitaufzubauen, begeistert ihn. „Ehrlich gesagt am Anfang war das zwar schon auch böse Kaltakquise. Da hat man also schon an vielen Türen geklopft und viele Klinken geputzt und das war auch total in Ordnung. Also es ist natürlich eine super, super Schule. […] Also ich habe dann irgendwie verschiedene, weniger berühmte und berühmteren Leute entweder gemanaged oder eben nur die Vermarktung gemacht“, fasst Janik zusammen.

Über Nacht zur DDB Group

Als er von einem Meeting aus Shanghai zurückkam, erhielt er einen Anruf von der DDB Group. „Von jemand, den ich um drei Ecken kannte, der eben bei DDB war im Board. Ob man sich mal unterhalten wolle.“ Janik musste nicht lange überzeugt werden und so ging es zum DDB nach Berlin, wo er die Unit zum Entertainment Marketing leitete. Beeindruckt war Janik in diesem globalen Agenturnetzwerk von den großen Kunden sowie den Werbegrößen, den Rockstars, wie er sie nennt. In seinen ersten Meetings traf er Amir Kassaei und Tonio Kröger. „Aber das hatte natürlich schon wahnsinnig viel Sexyness.“ Es war eine tolle Zeit zum Dazulernen, resümiert er. Parallel bliebt er aber im Sportmarketing tätig. Sein Weg führte ihn am Ende in das Board des DDB. Aber auch ein weiteres Standbein entstand: das Systemische Coaching.

Coachen – Schreiben – Sport

Die Nebentätigkeit als Coach ist eher zufällig entstanden. Warum genau er seine Coaching-Ausbildung angefangen hat, kann er nicht mehr sagen. „Ich hatte wahrscheinlich aber das Gefühl, da ist irgendwie noch was, was ich über mich lernen muss und zwar über mich als Person.“ Sicher ist für ihn aber, dass es ihm als Führungskraft sehr viel geholfen hat. Vor allem in der Art und Weise, wie man Dinge verbalisiert und mit den Mitarbeitern spricht. Eine Leidenschaft ist für Oliver Janik das Schreiben. Sein Opus Magnus ist ein Roman, den er irgendwann beenden will. Aber es gibt auch veröffentlichtes Material, viele Kolumnen in Zeitschriften sowie in Zeitungen. Er bezeichnet das Schreiben als „Ausgleich zum Sport“. Denn das Sporttreiben musste er größtenteils an den Nagel hängen. Grund ist seine Erkrankung an MS.

Das Leben mit MS

Seit 20 Jahren leidet er an der Krankheit, die degressiv ist, dass heißt, sich verschlechtert. „Da kannst du einfach am 31.12. mal einen Vergleich machen zum 1.1. des gleichen Jahres, und du weißt: heute habe ich irgendwie wieder in allen Bereichen so 10 Prozent verloren.“ Auch wenn Oliver nichts davon hält, chronische Leiden als „Freund“ oder gar „Chance“ zu betiteln, hat er von ihr gelernt, vor allem eins: Resilienz. „… Widerstandskraft aufzubauen in dir, in deiner Persönlichkeitsstruktur, die dich durch ganz viele schwierige Situationen in deinem Privatleben und natürlich auch in deinem Berufsleben durchführt. Weil du weißt, ich hab‘ schon paar andere Sachen geschafft.“

Wenn ihr wissen wollt, was Oliver Janik noch gemeistert hat und wer eigentlich seinen Bass geklaut hat, dann hört rein, in die neueste Folge von Das Digitale Sofa – Impulse.

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