Demokratisierung der Wirtschaft mit David Jenaro von your.company #65

Du hast eine Produktidee aber keine Ahnung, wie du sie verwirklichen sollst? Du kennst keine Gründer, mit denen du dich austauschen kannst? Eigentlich brauchst du Investoren, willst aber unabhängig bleiben?

Allen, die vor diesen Herausforderungen stehen, will unser Podcast-Gast David Jenaro mit dem Start-up your.company helfen. Seine Vision einer demokratisierten Wirtschaft stellt er im Gespräch mit KEMWEB CEO Oliver Kemmann vor.

Davids Ziel war, ein Unternehmen demokratisch aufzubauen – und setzte es in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren mit der Gründung des Start-ups your.company um. Dabei handelt es sich um ein Netzwerkunternehmen, in dem die Idee des Company Sharings gelebt wird. Sprich: Das Start-up vernetzt die unabhängigen Ideengeber durch eine digitale Infrastruktur, in der sie gemeinsame Ressourcen nutzen und Wissen teilen können. Jeder kann mitmachen, ob als Ideengeber, Umsetzer oder Investor. Wir finden: Ein spannendes Konzept, das viele Impulse für eine völlig neue Form demokratisierter Arbeit gibt!

Ihr wollt wissen, was das Ganze mit der Purpose Stiftung und Verantwortungseigentum zu tun hat? Und welche Rolle Robert Bosch, Ricardo Semler und Eric Ries dabei spielen? Dann hört gleich rein in die aktuelle Folge von „Das Digitale Sofa – Impulse!“.

 

Shownotes: 

www.your.company

www.franzwerk-tuebingen.de

www.purpose-economy.org und purpose-economy.org/de/companies/your-company

www.amazon.de/SEMCO-System-Management-ohne-Manager

www.reinventingorganizations.com

theleanstartup.com 

www.analogvibes.com

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ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT DAVID JENARO IM ÜBERBLICK:

  • Vorstellung von David und dem Start-up your.company (ab 01:46)
  • Wie die Idee von your.company entstand und damit die Arbeitswelt demokratisiert werden soll (ab 03:19)
  • Unternehmensaufbau von your.company und was das Start-up Purpose damit zu tun hat (ab 05:21)
  • Wie Dritte sich an your.company beteiligen können (ab 14:32)
  • Wer alles bei your.company arbeitet und wie Entscheidungen im Start-up gefällt werden (ab 18:44)
  • Resonanz auf das Vorhaben, die Wirtschaft zu demokratisieren (ab 27:58)

 

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

Wie demokratisiert man die Wirtschaft? In Folge 65 von „Das Digitale Sofa – Impulse“ erzählt Podcast-Gast David Jenaro, wie er mit dem Start-up your.company seine Vision einer demokratisierten Wirtschaft Schritt für Schritt umsetzt. Was das mit dem FRANZ!werk zu tun hat und was seine Vorbilder sind, lest ihr hier:

 

Demokratisierung der Wirtschaft

Die Idee entstand in einem Think Tank, angetrieben von einer Gruppe von Menschen, die unzufrieden mit den Erfahrungen waren, die sie in der Arbeitswelt gemacht haben. Menschen, die der Meinung waren, dass man das Arbeitsleben mit den Möglichkeiten von heute besser gestalten könne. Als Vorbilder dienten u.a. der Brasilianer Ricardo Semler oder Frédéric Laloux. Ziel war es, eine offene, lebendige und v.a. durchlässige Organisation aufzubauen, um etwas im Berufsleben und der Wirtschaft zu ändern. David Jenaro dazu:

„Die Arbeitswelt muss sich ändern. Wir müssen den Vorschlag machen, einen ganz konkreten Vorschlag, wie es anders gehen kann, wie es demokratischer sein kann, wie die Wirtschaft demokratischer sein kann, wie ein Unternehmen einfach mit den Möglichkeiten, die man heute hat, anders funktionieren kann.“

Diese Vision setzte er in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren mit der Gründung des Start-ups your.company um. Heute vereint das Start-up eine bunte Mischung an Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern: Von der Meeresbiologin bis zum Physiker ist alles dabei. Die Zahl der Beteiligten ändert sich ständig. Manche arbeiten hauptberuflich an den Projekten, andere nur nebenberuflich. Bis heute haben ca. 70 bis 100 Leute etwas zu dem Projekt beigetragen.

 

Unternehmen als Plattform, um Kreative und Macher zu vereinigen

your.company ist ein Netzwerkunternehmen, sprich: Es bietet Produktpartnerschaften an und dient als Plattform, um Ideengeber über eine digitale Infrastruktur zu vernetzen. Stichwort: Sharing Economy. Über diese Struktur werden gemeinsame Ressourcen, wie z.B. Office- oder Hilfetools zur Verfügung gestellt. Außerdem hat man darüber die Möglichkeit gegenseitig seine Ideen und sein Wissen auszutauschen. Dabei kann sich jeder beteiligen  – ob als Ideengeber, Umsetzer oder Investor. Das Motto: Jeder kann mitmachen. Alle Akteure bleiben dabei stets unabhängig. Mit dem Bau der Coworking Space FRANZ!werk wird den Beteiligten außerdem ermöglicht, zu arbeiten wann und wo sie wollen. David drückt sein Ziel folgendermaßen aus: Er will die Leistungsfähigkeit mit der Freiheit verheiraten. 

„Das Ziel ist ganz klar, dass wir eine weltweit skalierbare Plattform bauen, auf der dann jeder sich wirklich anmelden kann, seine Produktpartnerschaft starten oder mit seiner Arbeit in Produktpartnerschaften investieren kann oder natürlich mit Geld.“

Jeder, der eine Produktidee hat, kann sich auf der Webseite von your.company registrieren und dort angeben, ob er entweder eine Idee hat, an Projekten oder am Aufbau von your.company mitarbeiten will. your.company kontaktiert dann die entsprechenden Ansprechpartner.

 

Ungewöhnliche Unternehmensstruktur

Im Start-up wird darauf geachtet, dass niemand überhöhte Positionen einnehmen kann, um Interessenskonflikte und „Wichtigtuerei“ zu vermeiden. Ziel ist es, dass auf Augenhöhe gearbeitet wird, was sich in Deutschland allerdings juristisch nicht ganz so einfach darstellt: „Natürlich haben wir mit den juristischen Gegebenheiten eines GmbH-Rechts zu kämpfen. Das ist nun mal nicht möglich, den Geschäftsführer weg zu machen. Da haben wir mehrere Geschäftsführer eingesetzt, um da eine Ausgeglichenheit zu schaffen. Das sind alles Leute, die eher nach innen arbeiten als nach außen.“ Entscheidungen werden nicht nach dem Konsensprinzip getroffen: Stattdessen ist jeder berechtigt, Entscheidungen eigenständig zu treffen. Allerdings müssen alle Projektbeteiligten informiert werden. Meinungen kann sich jeder einholen, entscheidet am Ende aber selbst.

 

Fair-Share-System und Finanzierung

Im Start-up gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, sich an Projekten zu beteiligen. Das sogenannte Fair-Share-System ermöglicht es, dass jeder gleichberechtigt ebenso Geld wie auch Arbeit in Projekte investieren kann. Im Gegenzug ist man dann am Ertrag der Projekte beteiligt.

Natürlich gibt es bei your.company auch Investoren, die Geld hineinstecken. David beschreibt das Konzept folgendermaßen: „Wir brauchen aufgrund der Art und Weise, wie wir das Ganze aufbauen weniger Kapital, als man es klassisch brauchen würde. Weil alle Leute bei your.company bezahlen wir nach einem Kreditsystem. Das heißt bei your.company kann jeder, der dort mitarbeiten will, Arbeit investieren.“ Dabei erhält man allerdings keine freien Anteile des Start-ups, die im Gewinn frei skalieren können. Stattdessen erhält man im Gegenzug ein Jahresgehalt äquivalent für seine Arbeit. Und die ist auch wieder gleichbedeutend mit Geldinvestitionen.

 Was das Ganze mit der Purpose Stiftung und Verantwortungseigentum zu tun hat, hört ihr in der aktuellen Folge!

 

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