Die Zukunft der Arbeit – Raphael Gielgen, Trendscout bei Vitra #66

Frisch erholt starten wir aus der Sommerpause direkt mit einem wahren Knüller: Raphael Gielgen, Trendscout bei der Schweizer Design- und Officemöbel-Marke Vitra, macht es sich auf dem Digitalen Sofa bequem.

Im Gespräch mit KEMWEB Gründer und CEO Oliver Kemmann stellt Raphael sein aktuelles Work-Panorama vor, ein in Analogie zu den berühmten Schlachten-Gemälden Picassos entwickelter (3,20 m großer) Querschnitt der wichtigsten Aspekte der Zukunft der Arbeit.

Die beiden sprechen nicht nur über das „Permanente Beta“, also das ständige Ausprobieren, Testen und Korrigieren von Hypothesen, sondern auch über die „Körpersprache von Office-Räumen“ oder die Bedeutung von Kunst im Kontext von Arbeit. Warum Raphael den Begriff „Lebenslanges Lernen“ gar nicht mehr so mag und was die Zukunft der Arbeit mit Twitch zu tun hat. Das alles und noch viel mehr erfahrt ihr in der aktuellen Folge von „Das Digitale Sofa – Impulse“!

 

Shownotes:

www.vitra.com

 www.ottoscharmer.com/publications/books

www.georgbrunold.org/buecher

www.teunen-konzepte.de/

 

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ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT RAPHAEL GIELGEN IM ÜBERBLICK:

  • Vorstellung der Design- und Officemöbel-Marke Vitra (ab 02:08)
  • Das „Vitra Work Panorama 2020“ (ab 04:15)
  • Die Zukunft der Arbeit: die 8 Themenfelder (ab 07:21)
  • Über „Was wäre wenn“-Fragen und Hypothesen (ab 23:11)
  • Die Körpersprache von Work Spaces (ab 27:08)
  • Über das Nie-Fertigwerden und das (Ver-)Lernen (ab 36:23)
  • Wie kleine und mittelständische Unternehmen ihr eigenes Work Panorama erstellen können (ab 38:40)

 

 

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

Wie gestaltet man die Workspaces der Zukunft? Was spielt der Raum für eine Rolle, wenn es darum geht physikalisch zusammenzuarbeiten? Und braucht man das Unternehmens-Office in Zeiten von Home-Office überhaupt noch?

Raphael Gielgen spricht in Folge 66 von „Das Digitale Sofa – Impulse!“ mit Oliver Kemmann über die Workspaces der Zukunft. Raphael ist Trendscout bei der Schweizer Design- und Officemöbel-Marke Vitra und immer auf der Suche nach neuen Design Trends. Er bezeichnet sich selbst als Mischung zwischen Spurenleser und Staubsauger: „Ich versuche außen Muster zu entdecken, die neu sind. Und aus diesen Mustern leitest du halt neue Kontext ab.“

 

Das Work-Panorama

„Die junge Vergangenheit hat gezeigt, wie schlecht wir sind, Signale zu deuten, weil wir täglich umgeben von Informationen und Signalen sind. Und die sind ja Vorboten einer neuen Zeit. Und wenn man die deutet und liest, dann entdeckt man auf einmal Herausforderungen oder Opportunitäten. […] Und wenn man das dann macht, dann hat man einfach ein etwas klareres Bild über die Zeit, die vor uns liegt.“

Darauf aufbauend hat Raphael ein sogenanntes Work-Panorama entwickelt: „Die Idee ist, mit dem Panorama die Aufmerksamkeit auf die vielfältigen Themen einer vor uns liegenden Zeit zu lenken.“ Ziel war es, die Einflussgrößen der Arbeit der Zukunft herauszufinden. Inspiration gab u.a. das berühmte Schlachten-Gemälde von Picasso. Raphael ist überzeugt, dass die Menschheit sich mehr mit ihrer Geschichte befassen muss, um „die Dinge“, also übergeordnete Zusammenhänge besser verstehen zu können und ihren Blick auf das große Ganze richten muss.

 

Die 8 Themenfelder des Work-Panoramas 

Im Work-Panorama sind die wichtigsten Aspekte der Zukunft der Arbeit in 8 Feldern zusammengefasst. Es geht um elementare Themen, in denen der Raum eine Schlüsselressource ist:

 

  • Planet Centric Design: Benutzer- und Umweltfreundlichkeit
  • Anywhere Ecosystems of Work: flexible Gestaltung des Arbeitsorts
  • Campus Community: Gestaltung des Headquarters von morgen
  • Virtual Connectivity: virtuelle Architektur der Arbeit, Verbindung der physischen mit der virtuellen Arbeitswelt
  • Permanent Beta: ständiges Ausprobieren; Veränderung der Denk-Haltung, Methoden und Räumlichkeiten, um agiles Arbeiten möglich zu machen
  • Telen Transfer: Möglichkeit, obsolete Fähigkeiten bewusst zu verlernen, um neue Fähigkeiten zu erlernen
  • Human Chor: auf die Bedürfnisse des Menschen abgestimmte Gestaltung der Arbeitsräume
  • Cultural Framework: Erarbeitung einer Unternehmenskultur bzw. eines Frameworks, die eine Orientierung innerhalb des Business gibt

 

Was wäre wenn-Fragen und lebenslanges (Ver)Lernen

Aber wie baut man solch ein Panorama auf? Raphael: „Anfangen tun wir eigentlich mit: Was wäre wenn-Fragen. Über was wäre wenn-Fragen öffnen wir überhaupt mal dem Betrachter oder auch dem, der mit uns darüber redet, die Möglichkeit, sich eine andere Zeit zu versetzen. Es ist spielerisch so, wie wir als Kind uns Dinge vorgestellt haben.“ Es eine Art Gymnastik fürs Gehirn. „Stell dir vor, das Lernen ist ein Modus Operandi jeden Tag. Man kann sich ja mal dieselbe Frage stellen: Wie oft lerne ich pro Woche etwas dazu, was wirklich Neues? Und dann merkt man schon: Oh, das wird Vielleicht einmal im Monat was.“ Dann sollte man sich – laut Raphael – fragen, was man an Fähigkeiten braucht und was man aktiv verlernen muss, um wieder Platz auf dem Speicher im Gehirn für Neues zu schaffen.

Um diese neuen Denkweisen zuzulassen, muss man vor allem eins tun: Man muss neu lernen. Dafür müssen auch bestimmte Dinge erstmal verlernt werden, damit man offen für das Neue ist. In Bezug auf den Raum bedeutet das, sich zu fragen: Wie müssten Arbeitsräume beschaffen sein, um diesen Vorgang zu unterstützen und neue Fähigkeiten anwenden zu können?

„Ich sage den Leuten: Wann sind wir damit fertig? Meine Antwort ist nie. […] Und das ist genau dieses Spannungsfeld. Du brauchst aber beides. Du brauchst auf der einen Seite diese Geborgenheit und diese Sicherheit und die Stabilität. Und auf der anderen Seite muss ich mich auch mit den Räumen umgeben, die genau das andere tun.“

 

Eine Büro-Architektur muss man komponieren“

Gerade dieses Spannungsfeld ist wichtig. Die Arbeitswelt besteht schließlich nicht nur aus ständigem Ausprobieren, sondern sie kann auch sehr meditativ, sehr ruhig und sehr entspannend sein. Und dafür sollte es unterschiedliche Räume mit den entsprechenden Körpersprachen geben; mit denen Menschen etwas verbinden. Denn: „Diese Art des Raumes löst bei uns etwas aus. Wenn der Raum so gebaut ist, dass du unbedingt dort arbeiten willst.“ Das sind räumliche Qualitäten, die man ganz bewusst in einer Architektur kuratieren kann.

 

Ihr wollt alles über die 8 Themenfelder im Detail erfahren? Und wie kleine und mittelständische Unternehmen die Workspaces der Zukunft umsetzen können? Dann hört rein in die neue Folge von „Das Digitale Sofa – Impulse!“

 

 

 

 

 

 

 

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