Digital für eine bessere Welt – Henrike Schlottmann von ProjectTogether #77

48 Stunden, 28.361 Teilnehmer, 1500 Lösungen für die Corona-Pandemie! Das war die beeindruckende Bilanz des WirVsVirus-Hackathon. Unser Podcast-Gast ist einer der führenden Köpfe hinter dem Projekt: Henrike Schlottmann spricht mit KEMWEB CEO Oliver Kemmann über den Erfolg des Hackathon und über weitere spannende Projekte.

Landwirtschaft und Ernährung klimapositiv machen, die Bildungssysteme von morgen gestalten oder junge Menschen zum Wählen bringen – als Geschäftsführerin der gemeinnützigen Innovationsplattform ProjectTogether fördert Henrike Initiativen, die sich den großen Herausforderungen unserer Gesellschaft, Wirtschaft und Politik annehmen. Der Weg dorthin führt über innovative und mutige Lösungen. Ein Ziel, für das sie spürbar brennt. Dass ihre Arbeit nicht nur in Deutschland großen Zuspruch findet, beweist die Auszeichnung durch die Bill & Melinda Gates Foundation für Henrikes Einsatz während der Corona-Pandemie.

Ihr wollt wissen, was die Nachhaltigkeitsziele der UN und digitale Wartezimmer mit dem Ganzen zu tun haben? Und wieso Henrike die Corona-Pandemie als Röntgenstrahl auf unsere Gesellschaft bezeichnet? – Dann hört rein in unsere neue Folge von „Das Digitale Sofa“!

Shownotes:

Webseite von ProjectTogether

Hier geht´s zu den geförderten Initiativen von ProjectTogether

Webseite von Das Digitale Wartezimmer – ein Projekt von ProjectTogether

Henrikes LinkedIn Profil

Webseite der Bill & Melinda Gates Foundation

Übersicht der Nachhaltigkeitsziele der UN

 

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ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT HENRIKE SCHLOTTMANN IM ÜBERBLICK:

  • Wie der WirVsVirus-Hackathon zustande kam (ab 00:47)
  • Die Mission von ProjectTogether und was Plastik damit zu tun hat (ab 05:42)
  • Wie Henrike von der Managementberatung zum gemeinnützigen Engagement gewechselt ist (10:34)
  • Weshalb Corona eine Zäsur für die Gesellschaft ist (ab 17:05)
  • Wie Henrike ein Goalkeeper geworden ist (ab 19:56)
  • Ob es einen weiteren Corona-Hackathon geben wird? (ab 24:45)
  • Wer ProjectTogether unterstützt und wie ihr euch einbringen könnt (ab 26:26)

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

In vielen Fällen sind gemeinnützige Organisationen für die Gesellschaft unsichtbar. Non-Profit Unternehmen bemühen sich deshalb um mehr Aufmerksamkeit durch die Öffentlichkeit. Im Falle von ProjectTogether sollte das allerdings kein Problem mehr sein. Denn das ist spätestens seit dem WirVsVirus-Hackathon im März einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Dieses Projekt des Non-Profit Unternehmens, die Gesellschaft während der Corona-Krise zu unterstützen, steht sogar unter der Schirmherrschaft der Bundesregierung. Einige der Lösungen, die im Rahmen des Hackathon geschaffen wurden, begegnen uns im Alltag. Der eine oder andere kennt vielleicht die digitale Plattform „Das Digitale Wartezimmer“, auf der Termine für Corona-Tests gebucht werden können.

Von der Managementberaterin zur Weltverbesserin

Henrike ist Geschäftsführerin von ProjectTogether und lebt ihren Job. Im Podcast-Talk mit KEMWEB CEO Oliver Kemmann erzählt sie von ihrem Werdegang: Knapp drei Jahre war sie bei der Boston Consulting Group als Managementberaterin. Dort arbeitete sie an vielfältigen Projekten und war dennoch unzufrieden. Ihre Vision, die wirklich wichtigen Probleme unserer Zeit anzugehen, konnte sie dort nicht verwirklichen. Sie kam mit dem Gründer von ProjectTogether Philipp von der Wippel in Kontakt und stieß schließlich vor zwei Jahren zur bis dato drei-köpfigen Organisation. Heute beschäftigt das Non-Profit-Unternehmen über 20 Mitarbeiter.

Henrike als Goalkeeper

Der Erfolg des Non-Profit Unternehmens spiegelt sich nicht nur durch eine größere Aufmerksamkeit durch die Öffentlichkeit wider, sondern auch durch die Auszeichnung von Henrike und ProjectTogether der Bill and Melinda Gates-Stiftung für die Arbeit, die sie während der Corona-Pandemie geleistet haben. Henrike ist nun ein sogenannter Goalkeeper. Ausgezeichnet wird, wer einen Beitrag für gemeinsame Nachhaltigkeitsziele der United Nations geleistet hat. Diese sogenannten SDGs (Sustainable Development Goals) hat die UN vor fünf Jahren ins Leben gerufen. „Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung sind politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen, welche weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen“.

Weniger Plastik, mehr Klimafreundlichkeit

Aber wie genau funktioniert ProjectTogether nun eigentlich? – „ProjectTogether ist eine gemeinnützige Unternehmung. Als Innovationsplattform unterstützt ProjectTogether die Talente der nächsten Generation, bahnbrechende Ideen und konkrete Lösungen für unsere Zukunft zu entwickeln und im Spannungsfeld von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik effektiv Veränderung zu bewirken.“ Dabei werden Methoden entwickelt und getestet, um beispielsweise den Klimawandel effizient angehen zu können oder, im Falle des Hackathon, Lösungen für die Corona-Pandemie zu entwickeln. Das funktioniert folgendermaßen: „Wir starten dazu sogenannte Challenges, wo wir mit 100 bis 150 Initiativen sozialen und gemeinnützigen Initiativen und Impact Start-ups an einer gesellschaftlichen Herausforderung arbeiten. Das heißt, dass kann jetzt sowas wie der WirVsVirus-Hackathon konkret zur Corona-Pandemie sein. Aber auch z.B. mit ActOn Plastic sind wir das globale Plastikmüll Problem angegangen. Jetzt gerade mit unserer Action on Climate Challenge kämpfen wir für eine klimapositive Landwirtschaft und Ernährung und testen da sozusagen an 100 bis 150 verschiedenen Stellen im System an verschiedenen Regionen aus, was funktionieren kann und was nicht, um wirklich die großen komplexen Probleme anzugehen.“ So ist ein weit verbreitetes Problem während der Corona-Pandemie beispielsweise die Nachverfolgung Infizierter und die mangelnde Digitalisierung der Gesundheitsämter.  Im Rahmen der ProjectTogether Corona-Challenge haben sich einige Projekte zusammengeschlossen, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. Herausgekommen ist u.a. die Webseite „Das Digitale Wartezimmer“, auf der man einen Termin für einen Corona-Test buchen kann.

Unterstützt wird die Arbeit von ProjectTogether nicht nur von Ministerien, Start-ups und Unternehmen, sondern auch von Einzelpersonen.

Wie geht es weiter?

Ob ein zweiter Hackathon gestartet werden wird? „Also ich glaube schon, dass das dieses Momentum, das wir im März hatten, schon einzigartig war. Inzwischen haben wir uns alle ein bisschen ein Corona gewöhnt und die Akzeptanz ist ja auch deutlich gesunken. […] Gleichzeitig glaube ich schon, dass aktuell die Bereitschaft, sich gegenseitig zu helfen und auch sozusagen jetzt Lösungen auch für eine Welt nach Corona zu bauen, dass die auf jeden Fall da ist und dass es da auf jeden Fall Möglichkeiten gibt.“

Die wichtigste Frage für ProjectTogether bleibt deshalb erstmal, wie man den neuen Prozess um den Hackathon weiter entwickeln kann. Henrike: „Die zweite Welle beschäftigt uns, glaube ich, alle. Aber ich glaube, wir alle brauchen auch was, wo wir uns irgendwie so eine Art Ausblick, irgendwie auch so ein ja irgendwie eine Vision, auf die wir alle gemeinsam hinarbeiten können […] sondern wir mal aktiv anpacken, Ideen entwickeln […] und dann auch eine nachhaltige Zukunft gestalten.“ Henrike ist der Meinung, dass Corona wie ein Röntgenstrahl auf unsere Gesellschaft sei: Corona würde zeigen, wo Dinge funktionieren und wo eben nicht. Das wäre eine Chance, die genutzt werden sollte. „[I]n den letzten sechs Monaten haben wir in der digitalen Bildung so viel geschafft, wie wir gefühlt in den letzten Jahren nicht geschafft haben.“

Ihr wollt mehr über die Projekte von ProjectTogether erfahren und wissen, wie ihr euch einbringen könnt? Dann hört rein in unserer neue Podcastfolge von „Das Digitale Sofa“.

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