Frauen führen besser! – Susanne Plümecke von DDB Berlin #71

Welche Verhaltensmuster muss frau sich aneignen, um in einer Führungsposition zu bestehen? Das erklärt Susanne Plümecke im Podcast zum Thema Female Leadership mit KEMWEB CEO Oliver Kemmann. Sie ist Managing Director Marketing bei DDB Berlin und leitet über 100 Mitarbeiter.

Susanne ist seit 2 Jahren als Geschäftsführerin tätig und damit eine der wenigen Frauen in einer führenden Position in der Agentur-Szene – ein weltweites Problem der Branche.

Ob sie mit Frauen oder Männern zusammenarbeitet, war für Susanne immer nebensächlich. Dennoch musste sie mit Sprüchen und Stigmatisierungen von letzteren klarkommen. Dass sie heute in diesen Situationen offen ansprechen kann, was sie stört, verdankt sie nicht zuletzt einem Female Leadership-Coaching.

Susanne ist überzeugt, dass Frauen in Führungspositionen groß im Kommen sind. Denn: Modernes Leadership bedeutet, sein Team bestmöglich zu unterstützen. In Susannes Augen eine Eigenschaft, die Frauen deutlich mehr liegt als Männern.

Welche Verhaltensweisen Frauen sich von Männern abgucken könnten? Und welche Meinung Susanne zur Frauenquote hat? Das und vieles mehr erfahrt ihr in der neuen Folge von „Das Digitale Sofa“! 

Shownotes:

www.linkedin.com/in/susanne-pluemecke

www.de.ddb.com

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ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT SUSANNE PLÜMECKE IM ÜBERBLICK:

  • Über DDP und Susannes Aufgaben als Geschäftsführerin (ab 01:44)
  • Über Frauen in Führungspositionen und dominante Männer (ab 11:06)
  • Wie DDP Frauen in Führungspositionen fördert (ab 18:15)
  • Was Susannes ursprüngliches berufliches Ziel war und warum sie die Agenturarbeit liebt (ab 19:20)
  • Wieso Frauen besser führen als Männer (ab 24:25)

  • Susannes Meinung zur Frauenquote (ab 27:01)

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

Sie ist Geschäftsführerin, auch Managing Director Marketing genannt, des Berliner Office der Werbeagentur DDP. Zu den Kunden zählen u.a. die Riesen VW und Telekom. Susanne Plümecke führt über 100 Mitarbeiter und ist einer der wenigen Frauen in einer Führungsposition in der Agenturbranche.

Susanne hat Publizistik studiert und wollte ursprünglich in die Öffentlichkeitsarbeit gehen, hat sich dann aber auf Kommunikation und Werbung spezialisiert. Susanne ist ein richtiges Agenturkind: Nach dem Studium ist sie direkt in die Agenturbranche eingestiegen und dann nach der Geburt ihres Kindes zu DDB gewechselt. Dort ist sie mittlerweile seit 14 Jahren tätig, 2 davon als Geschäftsführerin. Bei DDP ist sie quasi groß geworden. Dort wollte sie immer hin, wegen der guten Werte, wie sie sagt. Es war anfänglich nicht Susannes Traum, einmal so viele Mitarbeiter zu führen. Vor ihrem jetzigen Posten als Geschäftsführerin wurde sie bereits schonmal gefragt, ob sie in die Chefetage aufsteigen wollte, was sie dankend ablehnte.

 

Fluch und Segen der Agenturbranche

Die Agenturbranche ist laut Susanne ein schnelllebiges Geschäft: Der Kundenkontakt ist oft kurz und hält nur bis max. 5 Jahre. Es wird deshalb immer schwieriger, Beziehungen aufzubauen. Die Budgets schrumpfen, die wirtschaftliche Lage ist instabil. Gerade durch die COVID-19-Krise sieht sie es als besonders wichtig an, ihre Mitarbeiter mental zu führen. Susanne sieht in der Corona-Krise aber auch eine Chance. Susanne ist immer wieder fasziniert, sich in neue Themen einzuarbeiten und Kunden zu betreuen. Die eigens produzierte Werbung im Fernsehen und Co. zu sehen, spornt sie an.

 

Zu wenige Female Leader in der Agenturszene

Laut Susanne gibt es in der Agenturbranche viel zu wenige Frauen in Führungspositionen, v.a. was weibliche Fachkräfte in der Kreation angeht. Die geringe Anzahl an weiblichen Leadern in der Branche ist ein weltweites Problem. Gründe dafür sieht Susanne u.a. darin, dass es für Frauen härter als für Männer ist, sich in die Führungsriege vorzuarbeiten. „Du musst dich innerhalb dieser Riege von Männern durchbeißen, und du musst am Ende zehn Mal besser sein als Männer, um da durchzukommen. Und dann ist ja auch oft das Problem, dass du ein Break hast. Also du gehst raus, wenn du ein Kind bekommen willst, dann musst du wieder neu anfangen.“ Es wäre zwar machbar nach einer Auszeit wieder voll in den Beruf einzusteigen, aber schwierig, sich „neu zu erfinden“. Susanne kann da aus eigener Erfahrung sprechen.

 

Frauenquote in Agenturen?

Susannes Meinung zur Frauenquote? – „Quote kann sinnvoll sein“. Konkret hält sie die Quote sinnvoll für Unternehmen, die es nicht auf einem anderen Weg schaffen, mehr Frauen in gewissen Positionen zu etablieren. Wenn ein Unternehmen allerdings schon eine paritätische Richtung eingeschlagen hat, hält sie Quote nicht für notwendig.

DDP ist beispielsweise relativ paritätisch besetzt. Vor Susanne saß auf ihrem Posten auch eine Frau. Von „Quotenfrauen“ wird in der Agentur allerdings nichts gehalten. Wenn zwei Personen gleich gut sind, würde eher die Frau eigestellt werden. „Aber wir würden nicht eine Frau nehmen, nur der Frau Willen, das machen wir nicht.“

Trotzdem sollten Frauen in vielerlei Weise stärker unterstützt werden: So sollten sie die gleichen Chancen wie Männer bekommen, gerade wenn es um Familienplanung geht.

DDP fördert Frauen in Führungspositionen, indem diese Coachings erhalten, die es ihnen leichter macht, besser in Führungsebenen bestehen können. Frauen wird außerdem geholfen, sich gegenseitig zu unterstützen. Susanne hat selbst ein Coaching zum Thema Female Leadership durchlaufen. Ihr Problem: Sie stellte sich zu wenig in Meetings nach vorne und holte sich zu wenig Lorbeeren ab, wie sie es ausdrückt. Heute weiß sie, wie sie es schafft, dass Leute begreifen, dass sie die Idee hatte und nicht der Mann neben ihr, der die Idee am Ende einfach nur wiederholt hat.

 

„Nehmt Männer nicht so wichtig!“

Susanne ist selbst nie ins Gender-Thema reingekommen: Ihr ging es immer um die Sache und hat nicht darauf geachtet, ob sie mit Frauen oder Männer zusammenarbeitet. Stattdessen achtet sie auf die Menschen an sich, auf deren Werte, Stärken und Schwächen und wie sich diese nutzen lassen.

Trotzdem hatte sie in der Vergangenheit und auch heute nach wie vor mit Sprüchen und Stigmatisierungen zu kämpfen. Susanne registriert diese zwar, bleibt aber bei ihrer Linie und ignoriert das. Sie empfindet solch ein Verhalten als antiquiert. Susannes Strategie damit umzugehen? – Sie spricht offen an, wenn sie sich unwohl fühlt oder fragt auch mal die betroffene Person direkt „Wieso gucken sie die ganze Zeit meinen Kollegen an?“. Sie teilt offen ihre Gefühle, das allerdings ohne den Anderen zu beschuldigen.

 

Welche Verhaltensmuster sich Frauen von Männern abgucken sollten

Susanne erlebt fast täglich, dass Männer sich großartig finden, während Frauen ihre Leistungen als normal empfinden und eher denken, dass sie noch mehr hätten machen müssen. Susanne wurde selbst nie so aufgezogen bar ihres Geschlechts zu handeln, sie guckt sich aber gerne mal das Verhalten von Männern ab, wenn sie deren Verhaltensweisen zum Ziel bringen.

Susanne ist der Überzeugung, dass Frauen auch mal übertreiben sollten wie Männer. Denn LAUT wird gehört. Demzufolge könnten Männer auch besser ihre Konzepte verkaufen, denn oft stünde nicht das Konzept im Vordergrund, sondern dessen Präsentation. Dafür wiederum könnten Frauen besser beraten.

 

Warum Frauen die Leader von morgen sind

Dass männliches territoriales Verhalten ausgedient hat, steht für Susanne fest. Denn weder in der Branche noch in den einzelnen Arbeitsteams oder in der Führung ist solches Verhalten willkommen. Denn modernes Leadership bedeutet heute, sein Team bestmöglich zu unterstützen. Und das liegt, Susannes Meinung nach, den Frauen deutlich mehr als den Männern.

 

Was Susanne manchmal an ihrer Arbeit in einer Führungsposition frustriert und wie sie ihr Team durch die Corona-Krise geführt hat? Das und vieles mehr hört ihr in der aktuellen Ausgabe von „Das Digitale Sofa“.

 

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