Männer proaktiv für Gleichstellung – Robert Franken, Digital & Diversity Consultant #81

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Dürfen zwei „Dudes“ über die Gleichstellung von Frauen diskutieren? Gleich zu Anfang des Podcast-Talks stellen sich KEMWEB CEO Oliver Kemmann und sein neuer Gast Robert Franken diese Frage. Robert – sich selbst bezeichnender Feminist – ist der Überzeugung: Unbedingt! Männer müssen endlich aktiv werden, ihre Privilegien wahrnehmen und Zugangsschranken für Frauen im Business abbauen.

Als selbstständiger Experte für digitale Transformation und Organisationskultur berät Robert Unternehmen nicht nur zu strategischen Themen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Diversity und Gender Equality. Dafür arbeitet er in und an Organisationen, um Diversität zukünftig als Produktivität nutzen zu können.

Neben dem Wunsch nach einer breiten gesellschaftlichen Debatte darüber, wie wir zukünftig gemeinsam leben und arbeiten wollen, setzt sich Robert proaktiv für eine Veränderung ein: Als ehrenamtlicher Botschafter für HeForShe Deutschland, sowie als Co-Founder der Plattform Male Feminists Europe und im Beirat von PANDA, einem Netzwerk für Frauen in Führungspositionen.

Wie Nachhaltigkeit, Diversity und Digitalisierung zusammenhängen? Und warum nicht der „kurze Rock“ das Problem ist? Das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Folge unserer Female Leadership-Reihe von „Das Digitale Sofa“.

Shownotes:

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ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT ROBERT FRANKEN IM ÜBERBLICK:

  • Wie man Diversity & Inclusion Consultant wird (ab 00:18)
  • Über starre Rollenbilder in Deutschland (ab 04:32)
  • Welche die richtigen Rahmenbedingungen für Arbeitnehmer*innen sind (ab 09:40)
  • Über unbewusste Privilegien (ab 12:20)
  • Wie sich das bestehende System zugunsten von Frauen ändern lässt (ab 19:59)
  • Weshalb mehr über Belonging und weniger über Diversity gesprochen werden sollte (ab 22:10)

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

In der aktuellen Folge des „Digitalen Sofas“ spricht KEMWEB CEO Oliver Kemmann das erste Mal in der Female Leadership-Themenreihe mit einem Mann über das Thema Diversity und Geschlechtergerechtigkeit. Podcast-Gast Robert Franken liegen diese Themen sehr am Herzen. Der sich selbst bezeichnende Feminist und Aktivist setzt sich nicht nur ehrenamtlich für die Gesellschaft von morgen ein. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit als Digital und Diversity Consultant liegt auf der Schaffung von Vielfalt und Gleichberechtigung in Organisationen.

Gleichberechtigung in Organisationen

Wie eine Organisation ihrer Vielfalt gerecht werden kann? Das ist nur eine der Fragen, mit denen sich Robert beschäftigt. Er ist der Meinung: Allein eine Diversity- oder Frauenbeauftragte im Unternehmen kann nicht die grundlegenden Organisationsstrukturen ändern. Dafür brauche es Unterstützung durch das Leadership. „Und das ist auch die Stelle, an der es ganz, ganz oft noch hakt. Also da sind ganz viele Senior Executives nicht sprechfähig und manchmal auch nicht sprechwillig.“ Nach wie vor gäbe es viel Aufklärungsbedarf zu diesem Thema. „Das sind sehr abstrakte Konzepte, die da unterwegs sind. Und die muss ich erstmal in die Logik der in den Kontext der jeweiligen Organisation übersetzen helfen, sodass die Leute da auch Zugang bekommen und auch was damit anfangen können und verstehen. Menschen bereit sind, ihre Privilegien und Rollenbildern zu überdenken.“

Über starre Rollenbilder

Aber woher stammen diese weit verbreiteten Rollenbilder überhaupt? „Bei uns ist das historisch bedingt […] das wird natürlich dann besonders deutlich, wenn wir uns mit so Fragen von Familie beschäftigen, also dass das deutsche Mutterbild, das scheint immer noch relativ speziell zu sein, auch im Vergleich zu den nicht nur europäischen Nachbarstaaten.“

Frauen gerieten schnell in den Fokus, weil von ihnen viel verlangt werden würde, und dass auf eine Art und Weise, dass sie dem nur schwer oder eigentlich gar nicht gerecht werden können. Laut Robert gäbe es immer noch bestimmte Vorstellungen von Vereinbarkeit und Karriere, die nicht mehr zu den Systemen passen würden, in denen wir heute leben. „Wenn du dich als Frau zu hundert Prozent in die Familie einbringst, bist du irgendwie nicht ambitioniert genug und setzt dich nicht genug im Business ein. Bist du eine erfolgreiche Businessfrau, dann wird die Nase gerümpft über dein Engagement in Sachen Kinder und Familie.“ Unter diese Art von Druck scheinen Männer hingegen noch nicht in der Form geraten zu sein.

Männer rein in die Debatte!

Wenn es nach Robert ginge,  sollten sich mehr Männer trauen, ihre Meinung im Diskurs um Gleichberechtigung zu teilen. KEMWEB CEO Oliver Kemmann dazu: „Ich habe mich lange nicht getraut, mich in diesen Diskurs zu begeben, weil ich dachte, ich muss jetzt erstmal die feministische Literatur der letzten Jahrzehnte aufarbeiten und lesen und lernen, bevor ich überhaupt sprechfähig bin. Du hast dieses Glatteis angesprochen und das ist ja da und es ist immer da. Es ist immer komisch, wenn ein Typ sich zu Feminismus äußert.“ Nichtsdestotrotz sind Männer ebenso Teil des Veränderungsprozesses, wie eben auch Frauen.

„Wir haben ganz oft Debatten um Geschlechtergerechtigkeit, bei denen ausschließlich Frauen anwesend sind oder sich eingeladen fühlen. Und das ist tatsächlich schwierig, weil Veränderung auf den Feldern, das sind ja massive normative Umgebungen, in denen wir da unterwegs sind, sowohl in der Gesellschaft als auch in den Unternehmen. Wenn wir das nicht alle gemeinsam in den Blick nehmen, dann werden wir auch die Art Veränderungen nicht hinbekommen. Wir können nicht warten, bis die Frauen die Welt transformieren für uns, sondern wir müssen da ran.“

Diversity sucks

Erst die Kombination mache Vielfalt aus. Männer sollten sich fragen: „Was hat das [Anm. d. Red.: die Debatte um Gleichberechtigung] mit uns zu tun? Und nicht nur im Sinne von: Was habe ich davon? Sondern Was ist meine Rolle eigentlich in dieser ganzen Geschichte? Wie bin ich sozialisiert als Mann? Welche Verhaltensweisen lege ich an den Tag? Was bedeuten diese Denk- und Verhaltensweisen unter Umständen für Menschen, die nicht so sind wie ich? Und Menschen, die nicht so sind wie ich, das ist ja schon mal eine ganz gute Näherungsdefinition für Vielfalt oder Diversity“.

Beispielsweise hat „ein homosexueller, farbiger Mann auf der Südhalbkugel, der unter Umständen eine Behinderung hat, die nicht sichtbar ist und der ihm beim Bildungsweg irgendwie abbrechen musste, der hat ein völlig anderen Weltzugang als andere Menschen.“ Und genau das müsse in den Blick genommen werden, wäre aber vielen Privilegierten zu kompliziert oder es wäre kein Verständnis für den Anpassungsdruck für Randgruppen vorhanden. „Und diese Arbeit ist hart. Die Auseinandersetzung mit Menschen, die völlig anders sind als wir selber, ist wahnsinnig anstrengend. Und davor schrecken wir alle zurück. Aber das hilft nichts. Wir müssen uns da öffnen, wir müssen diese Arbeit machen!“ Das würde vor allem Menschen, insbesondere Männer, in Machtpositionen betreffen. Denn diese hätten oft Angst vor dem Verlust ebendieser Macht und Privilegien. „Ich glaube, wir müssen Männer empowern, weil dieses Female Empowerment Thema ist. […] Aber Frauen sind schon längst so weit. Die haben sich schon selber empowert – einfach weil sie mussten“.

Wie Robert als Male Feminist Frauen auf ihrem Weg zu Gleichberechtigung unterstützt? Und weshalb er für mehr „Belonging“ und weniger Diversity ist? Das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Folge von „Das Digitale Sofa“.

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