Mental Health in Unternehmen – mit Nele Groeger von Shitshow #68

Episode 1 zu unserem Themenschwerpunkt Female Leadership ist da: Nele Groeger ist Gründerin der Beratungsagentur SHITSHOW und spricht mit KEMWEB CEO Oliver Kemmann über ihr Start-up, Vorurteile und Visionen.

2019 gründete Nele mit zwei anderen Frauen die Beratungsagentur SHITSHOW. Nele will damit als weibliches Vorbild vorangehen und das Bild von Unternehmertum neu prägen. Denn: Ein All Female-Team ist nicht nur in der deutschen, sondern auch in der weltweiten Gründungslandschaft eine echte Seltenheit.

Die Idee von SHITSHOW ist, Organisationen zum Thema psychische Gesundheit in der Arbeitswelt zu sensibilisieren und Arbeitsstrukturen mit den Unternehmen zu entwickeln, die mental weniger belastend für die Mitarbeiter sind. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Gestaltung der digitalen Kommunikation, die spätestens seit der verstärkten Nutzung des Homeoffices ein wichtiges Thema ist. Wir finden: Ein spannendes Projekt, das den Nerv der Zeit trifft!

Welche Tipps Nele zur unternehmensinternen Bewältigung der Kommunikation in der Corona-Krise hat und was 💩-Emojis damit zu tun haben? Welche Ideen sie außerdem zu mehr Gleichberechtigung in der Arbeitswelt hat? Und mit welchen Vorurteilen sie selbst als Gründerin von SHITSHOW zu kämpfen hat? – Die Antworten bekommt ihr in der neuen Podcast-Folge von „Das Digitale Sofa“.

 

Shownotes:

www.linkedin.com/shitshow

www.instagram.com/shitshowberlin

shitshow.de

 

Wenn euch diese Folge gefallen hat, gebt uns euer Gefällt mir, Daumen hoch oder die 5 Sterne auf Apple Podcasts, Spotify & Co. – und teilt und liked uns auf Instagram, Facebook, LinkedIn und Twitter!

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Soundcloud zu laden.
Mehr erfahren

Inhalt laden

ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT NELE GROEGER IM ÜBERBLICK:

  • Neles Erfahrungen als Gründerin in der Unternehmenslandschaft (ab 02:30)
  • Tipps für mehr Gleichberechtigung in der Arbeitswelt (ab 07:10)
  • Vorstellung von Nele und SHITSHOW (ab 11:58)
  • Ursachen für psychische Probleme in Unternehmen (ab 20:13)
  • Über den Umgang mit digitaler Kommunikation während der Corona-Krise (ab 25:11)
  • Wie SHITSHOW digitale Kommunikation intern bewältigt (ab 27:48)

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

„Scheiße!“ Jedem, der schonmal gestresst war vom Arbeits- und Privatleben oder sich einfach nicht gut gefühlt hat, wird dieser Ausruf rausgerutscht sein. Dieses negative Gefühl kennt auch Nele Groeger, Co-Founderin der Beratungsagentur SHITSHOW. „Shitshow ist erwachsen aus dem Gefühl, dass das Leben halt manchmal tatsächlich eine kleine Shitshow ist, gerade wenn man mit mentalen Belastungen zu tun hat. Und diese Tatsache zu akzeptieren und sie auch in unser Arbeitsleben und in unseren Alltag zu integrieren, tut meistens immer ganz gut.“. In Episode 1 zum Themenschwerpunkt Female Leadership spricht sie über ihr Unternehmen und welche Erfahrungen sie als Gründerin in der Unternehmenslandschaft gemacht hat.

 

Fehlende weibliche Vorbilder in der Gründerlandschaft

Die SHITSHOW hat Nele mit zwei Freundinnen während ihres Masterstudiums der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation gegründet. Für die drei jungen Frauen ein Abenteuer. Denn: Am Anfang der Gründungsphase war sich kein der drei darüber im Klaren, dass das so ein großes Thema für sie werden würde. Nele betont auch, dass sie als All Female-Team durchaus die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätten, was in Deutschland und weltweit leider immer noch eine echte Seltenheit ist. Deshalb findet sie es auch super, dass das Thema Female Leadership immer mehr Aufmerksamkeit erhält und explizit darüber gesprochen wird. Sie selbst geht als weibliches Vorbild in der Gründungslandschaft voran und prägt damit das Bild von Unternehmertum neu. Denn: Weibliche Identifikationsfiguren im Unternehmertum sind nach wie vor Mangelware.

 

Diskriminierung in der Arbeitswelt

Auch das Thema Diskriminierung in der Arbeitswelt liegt ihr am Herzen: „Ich glaube, es ist wichtig, genau über solche – vielleicht auch sexistischen – Strukturen oder Diskriminierungsfaktoren in der Gründungslandschaft oder in der Unternehmenslandschaft zu sprechen.“ Es wäre oft schwierig, Diskriminierung am Arbeitsplatz zu identifizieren, denn: „Bei Diskriminierung am Arbeitsplatz, gerade sexistischer Diskriminierung denkt man immer erstmal an den Chef der oder den Vorgesetzten, der der Sekretärin die Hand auf den Hintern legt. Das ist so das klassische Bild von sexistischer Diskriminierung am Arbeitsplatz.“ Dass das Ganze aber noch viel weiter gehen kann, würden viele Menschen nicht sehen. Dass sich die Diskriminierung in die Unternehmensstrukturen und in die Geschäftsbeziehungen einfressen könne. Stichwort: verschlossene Zugänge.

Sie selbst hat als Gründerin die Erfahrung gemacht, nicht ganz so ernst genommen zu werden und ihr oft erstmal mit einem „Grundmisstrauen“ und Skepsis begegnet werden würde. Laut ihr würde das aber auch an dem Thema liegen, dass die SHITSHOW besetzt: „Weil wir ja auch ein sehr weiches Thema besetzen. Es geht eben um Mental Health, es geht um Gefühle. Noch dazu sind wir drei Frauen, und das sind alles Sachen, die in der Geschäftswelt, auch in der Kombination nicht gerade mit so einer klassischen Professionalität und vielleicht maskulin gelesenen Professionalität in Verbindung gebracht werden. Und das heißt: Wir heißen auch noch SHITSHOW, wir sind irgendwie weird.“

 

Über die Arbeit von SHITSHOW

SHITSHOW ist eine klassische Beratungsfirma, die sich ganz diesem Nischenbereich, Mental Health und psychischer Gesundheit verschrieben hat. Die Agentur vereint Menschen aus der Kommunikation, Strategie, der Psychologie und dem Gesundheitsmanagement, die gemeinsam Formate entwickeln und durchführen. Das heißt, die Agentur sensibilisiert Organisationen zum Thema Mental Health und entwickelt mit diesen Strukturen, um die Arbeit mental gesund gestalten zu können. „Wir bieten Beratungen auf unterschiedlichen Ebenen an. Das heißt nicht nur klassische Beratung oder Beratungsprozesse, sondern eben auch Coachings, Trainings, Supervision.“

 

Wie können wir Kommunikation besser gestalten, sodass sie uns nicht ausgelaugt?

Ein Großteil der Arbeit besteht häufig daraus, aufzuklären, zu informieren, zu sensibilisieren und eben auch für das Thema zu begeistern. Denn dieses wird oft noch mit Samthandschuhen angefasst. Und zum anderen geht es ganz konkret um den Erhalt und die Förderung psychischer Gesundheit. Also der Entwicklung von gesunden Arbeitsstrukturen. Besonders der Umgang mit der digitalen Kommunikation ist spätestens seit der verstärkten Arbeit im Homeoffice ein wichtiges Thema. Denn oft kann der ungesunde Umgang mit digitalen Medien belastend für die Psyche sein. „Ich glaube, es geht grundsätzlich darum, sich bewusst zu machen, dass digitale Tools und Medien mehr erfordern als nur eine Technik und Medienkompetenz, sondern eben auch eine zwischenmenschliche und emotionale Kompetenz. Und dass man sich eben darüber austauschen muss. […] Menschen sind komplex, das häufig auch bei diesem ganzen Diskurs um New Work und Digitalisierung so ein bisschen vergessen ist. Der menschliche Faktor in dem Ganzen es einfach noch einmal um 1000 Prozent verkomplizieren kann, weil wir eben nicht, nur weil wir coole Tools verwenden, nicht zwangsläufig besser miteinander klarkommen, sondern dass die zwischenmenschlichen Faktoren eine Rolle spielen.“ Die gesunde Kommunikation ist wichtig, wenn man in Zeiten des Homeoffice den X-ten Videocall am Tag ableisten muss und nicht ständig überfordert ist. Gerade wenn ein Team nur über digitale Tools verbunden ist, wird es schwierig für Führungskräfte, Belastungen zu erkennen.

Wie man psychische Belastungen erkennt und was Burn- und Boreout damit zu tun haben? Wie der Shit Check bei SHITSHOW funktioniert? Und welche Tipps Nele für mehr Gleichberechtigung in Unternehmen hat? Das alles und vieles mehr hört ihr in der neuen Folge von „Das Digitale Sofa“!

Previous

Next