Podcast-Boom – Paula Thurm vom Podcast Marketing Club #70

Podcasting und Marketing – beides leider oft noch Männerthemen. Dass es auch anders geht, beweist Paula Thurm: In der aktuellen Folge der Female Leadership-Reihe von „Das Digitale Sofa“ spricht die Gründerin des Podcast Marketing Club mit Kemweb CEO Oliver Kemmann über Podcasts als Marketing-Tool. Außerdem erzählt sie, wie sie mehr Frauen dazu bringen will, selbst zum Mikro zu greifen und was das Karrierenetzwerk nushu damit zu tun hat.

Bevor Paula sich Start-up und eigenen Podcast in der Szene aufbaute, sammelte sie Erfahrungen im Bereich multisensorisches Marketing bei einem Duftstoffhersteller. Irgendwann realisierte sie: Hören und Riechen sind gar nicht so verschieden – beides ruft Emotionen hervor und lässt sich für Verkaufsstrategien nutzen.

Heute vermarktet sie erfolgreich Business-Podcasts. Ihre Mission: Das Medium als Marketinginstrument von Unternehmen und Brands zu etablieren. Dabei bringt Paula Marken mit den passenden Hosts zusammen.

Noch ist der Podcast-Markt ein Nischenmarkt in Deutschland, in dem für Paula nicht erst seit COVID-19 ein riesiges Potenzial steckt.

Ihr sucht Tipps zum Vermarkten eures Podcasts oder sucht als Unternehmen das passende Format für eure Marke?  – Dann ist das genau eure Folge!

Shownotes:

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ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT PAULA THURM IM ÜBERBLICK:

  • Wie Paula ihre Liebe zu Podcasts entdeckte und den Podcast Marketing Club gründete (ab 01:39)
  • Weshalb nur so wenige Frauen podcasten und wie Paula das ändern will (ab 06:24)
  • Wie Paulas Podcast-Marketingprinzip funktioniert (ab 11:10)
  • Wie die Reichweite und die Werbewirksamkeit von Podcasts gemessen werden können (ab 15:26)
  • Ab wann es sich lohnt, einen Podcast zu produzieren (ab 23:52)
  • Wie Podcaster ihre Reichweite erhöhen können (ab 27:13)

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

Paulas Thurm podcastet und ist selbst Host vom Podcast Marketing Club. Dort gibt sie Tipps zum Vermarkten von Podcasts und erklärt, wie diese als Marketinginstrument genutzt werden können!

 

Wie Paula ihre Liebe zu Podcasts entdeckte

Dass Paula sich ein eigenes Start-up in der Podcast-Szene aufbaute, war Zufall. Ursprünglich war sie nämlich im Marketing und Verkauf in einem Schweizer Chemiekonzern für Duftstoffe tätig. Dort lernte sie alles über Multi-Sensorisches Marketing, sprich: wie Marketing über den Duft gemacht und wie über den Duft verkauft wird. Sie stellte fest, dass der Hörrsinn genauso emotional, wie der Geruchssinn funktioniert. So löst Musik z.B. Emotionen beim Menschen aus. Paula übertrug dieses Prinzip auf Podcasts, die sie immer gerne in ihrer Freizeit hörte. Das Thema faszinierte sie so sehr, dass sie in dem Bereich arbeiten und diesen ausbauen wollte.

Vor einem Jahr wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete den Podcast Marketing Club. Dabei spezialisierte sie sich auf Business Podcasts. „Da ist so viel Potenzial in diesem Gebiet. Gerade jetzt mit Corona […] hat das ein riesen, riesen Push gemacht, und die sind mittlerweile ja wirklich nicht mehr wegzudenken.“ Trotzdem ist das Prinzip, Podcasts als Marketinginstrument zu nutzen, noch relativ neu in Deutschland.

 

Paulas Podcast-Marketingprinzip

Mit der Zeit konzentrierte Paula sich auf Wachstums- und Vermarktungsstrategien, „weil ich gemerkt habe: Okay, die Marketingleute, die Brands, die suchen oft die Podcasts und finden sie nicht. Die Podcaster sagen alle, [sie] hätte[n] Lust auf Sponsoren in [ihrem] Podcast, aber finde die nicht. Deshalb habe ich gedacht: Okay, dann setze ich mich jetzt dazwischen, weil ich bin sehr davon überzeugt, dass es wichtig ist, dass da dieser persönliche Faktor dazwischen ist, das halt wirklich eine Persönlichkeit, eine Person sozusagen entscheidet, welcher Podcast, welche Brand, was passt da gut zusammen? […] Es muss einfach, man muss sich gut miteinander identifizieren können, damit die Werbung auch gut funktioniert in einem Podcast.“ D.h. Paula matcht Marken mit den passenden Podcasts und -Hosts.

Wichtig sind Paula beim Matchen besonders folgende Fragen: „Kann diese Person dahinter, der Podcast-Host – passt der denn auch wirklich zur Marke? Kann der die Brand gut repräsentieren? Und passt da schon mal das Gefühl? Auf der anderen Seite muss natürlich am Ende auch der Podcaster sagen: Hey, euer Produkt ist total cool, und damit kann ich mich identifizieren.“

Auch die Reichweite des Podcasts spiele eine wichtige Rolle. Allerdings wäre es schwierig, von außen zu erkennen, wie groß diese wäre: „[…] man hat keine andere Möglichkeit, von außen zu sehen, wie groß der Podcast ist. Im Gegensatz zum Beispiel zu einem YouTuber oder Instagram-Profil, wo man direkt sieht: Aha, soviel Follower so groß ist, ja so viel Reichweite bekomme ich, wenn ich den buche.“ Alternativ könnte sich zwar an der Chartplatzierung des Podcasts orientiert werden, allerdings könnte auch diese irreführend sein, „da gerade bei Apple die neuen Podcasts auch total vom Algorithmus unterstützt werden und wenn man da halt relativ gesehen in kurzer Zeit viele neue Abonnenten hat, auch ganz nach oben in die Charts kommen kann“.

 

Frauen und Podcasts?

Paula stellt im Talk mit KEMWEB CEO Oliver Kemmann fest, dass es deutlich mehr Männer sind, die podcasten, als Frauen. Speziell im Bereich Business Podcasts gäbe es aktuell nur eine Frau in den höheren Chartplatzierungen. „Es gibt jetzt immer mehr Frauen, die so langsam mal nach oben auch in den Charts oder ganz oben in den Charts unterwegs sind. Es ist auf jeden Fall noch sehr männlich dominiert die Szene.“

Eine mögliche Erklärung: „Vielleicht ist es wieder so ein bisschen, dass Frauen vielleicht eher ein bisschen Sorge haben, zu viel, zu sehr darauf umdenken, weil ich glaube, bei einem Podcast muss man einfach machen und darf nicht sich mit anhören und sagen: Okay, aber komisch, und da hab ich mich verhaspelt. Ja, und Männer da vielleicht immer ein bisschen einfacher gestrickt sind und einfach mal machen.“

Darüber hinaus würden Podcasts als Marketing- und Business-Tool von Unternehmen genutzt, um ihre Reichweite aufzubauen. Und es gäbe einfach mehr Unternehmer als Unternehmerinnen.

 

Mehr Unternehmerinnen = mehr Podcasterinnen?

Um mehr Frauen zum Podcasten zu begeistern, engagiert sich Paula in dem Frauen-Business-Netzwerk nushu, deren Ziel es ist, mehr Weiblichkeit in die Wirtschaft zu bringen. Dort hielt sie bereits einen Vortrag vor ein paar hundert Frauen und forderte sie auf, ihren eigenen Podcast zu starten.

Paula ist der Überzeugung, dass Frauen sich auch im Bereich Unternehmertum und dem Gründen von Start-ups mehr trauen sollten: „Wenn man es wirklich im Kopf das Ding, dass Frauen schneller diesen Gedanken haben: Das traue ich mir jetzt noch nicht zu. Das kann ich nicht. Und Männer, glaube ich, schneller denken ja, mache ich jetzt einfach – egal, was passiert. Und dass das vielleicht ein bisschen dann im Kopf manchmal dazu führen kann, dass Frauen sich nicht so schnell trauen. Was aber überhaupt nichts damit zu tun hat, meiner Meinung nach, dass sie es nicht können. Das ist halt wirklich nur Kopfsache. Aber sonst würde ich sagen, gibt es nicht wirklich einen Vorteil oder Nachteil.“

Ihr wollt wissen, wie ihr als Podcaster eure Reichweite erhöhen könnt? Wie ihr prüfen könnt, ob eure Werbung wirksam ist? Und wie ihr One-Time-Hörer zu loyalen Followern macht? Ab wann lohnt es sich überhaupt, einen eigenen Podcast aufzubauen? Das erfahrt ihr alles in der neuen Folge von „Das Digitale Sofa“!  Hört rein!

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