Vielfalt macht erfolgreich – Maren Martschenko – Markenberaterin und Buchautorin #75

Maren Martschenko ist ein Multitalent, sie hat nicht nur ein fantastisches Buch geschrieben und die Digital Media Women in München groß gemacht, sie ist auch selbstständige Markenberaterin, Gründerin einer Marketingplattform, Mutter, OKR Master und Malerin!!!

Zudem ist sie auch noch eine blendende Erzählerin und inspirierende Gesprächspartnerin. Im Podcast sagt sie: „Für eine erfolgreiche Gleichberechtigung brauchen wir die Männer an Bord.“ Wie das gelingen kann, was die Zielmanagement-Methode OKR mit Gleichberechtigung zu tun hat und was ihre Freitags-Beschäftigung ist? Das verrät Maren Martschenko KEMWEB CEO Oliver Kemmann im Podcast-Talk zur aktuellen Folge unserer Female Leadership-Reihe.

Maren setzt sich mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit im DMW für mehr Vielfalt in Unternehmen und Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein. Vor zwei Jahren startete sie die #30MIT30-Kampagne des Frauennetzwerks. Gesucht wurden 30 Unternehmen in Deutschland, die über 30 Prozent Frauenanteil in den ersten drei Führungsebenen bewusst angestrebt und überschritten haben. Gefunden wurden bis heute: 15. Dabei ist Maren überzeugt: Je diverser sich ein Unternehmen aufstellt, desto innovativer und erfolgreicher ist es.

Warum lohnt sich Geschlechtervielfalt für Unternehmen? Was hat der Think Tank Impact of Diversity mit dem Ganzen zu tun hat? Und wie funktioniert die OKR-Methode? Jetzt reinhören in die neue Folge von „Das Digitale Sofa“.

Shownotes:

Marens Webseite

Marens LinkedIn Profil

Webseite der Digital Media Women

#30MIT30 Kampagne der DMW

Webseite des Hermann Schmidt Verlags

Webseite des Women Career Index des FKi

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ALLE THEMEN DES PODCASTS MIT MAREN MARTSCHENKO IM ÜBERBLICK:

  • Über Maren, die Espressostrategie und den Magnetprodukt-Club (ab 00:29)
  • Über ihr Buch „Design ist mehr als schnell mal schön“ (ab 08:23)
  • Wie sich die Digital Media Women organisieren und was die OKR-Methode damit zu tun hat (ab 18:16)
  • Über die #30MIT30-Kampagne und den Think Tank Impact of Diversity (ab 25:08)
  • Weshalb sich mehr Vielfalt in Führungsebenen für Unternehmen lohnt (ab 31:55)

PODCAST-ZUSAMMENFASSUNG

Maren ist freiberufliche Markenberaterin aus München und hat sich auf die Positionierung bzw. Repositionierung von Marken „im digitalen Zeitalter“ spezialisiert. Denn durch die Digitalisierung hat sich vieles geändert, was den Aufbau und die Führung von Marken angeht. Maren unterstützt dabei v.a. Selbstständige und inhabergeführte Unternehmen, sowie Start-ups. Dafür hat sie ihre sogenannte Espressostrategie entwickelt: „Eine Marke sollte sein wie ein Espresso: klein, stark und aufs Wesentliche reduziert“.

Raus aus der Teilzeitfalle

2009 machte sie sich selbstständig. Auf Dauer als Teilzeitkraft und Mutter in einem Münchener Unternehmen als „Experiment“ angestellt zu sein, hatte für Maren keine Zukunftsaussichten. Für sie war es oft hart, nicht die Kompetenz zugesprochen zu bekommen, wie ein Vollzeitangestellter. „Ich bin da gegen Betonwände gerannt. Und mit der Entscheidung, mich selbstständig zu machen und mein eigenes Ding zu machen, kam wirklich eine ganz, ganz große Wende in meinem Leben. Zum einen konnte ich viel besser Familie und Beruf miteinander verbinden, ich konnte viel mehr in meinem Element sein, ich konnte so beraten, wie ich immer dachte, dass man es machen muss, aber es nie durfte.“ Mittlerweile hat sie mit dem Magnetprodukt-Club sogar eine eigene Plattform für Selbstständige im Bereich Marketing aufgebaut.

Netzwerker-Karriere

Dass sie als Selbstständige Unterstützung und ein Netzwerk braucht, dass war Maren von Anfang an klar. 2010 lernte sie die Gründerinnen der Digital Media Women Sanja Stankovic, Carolin Neumann und Inken Arntzen kennen. Maren war sofort Feuer und Flamme und erklärte sich bereit, das Netzwerk der DMW in München aufzubauen. „Weil ich wusste, das ist der beste Hebel, den wir [Frauen] haben werden, um das Thema Gleichberechtigung wirklich voranzubringen.“ Für die DMW engagiert sich Maren ehrenamtlich und war zwischenzeitlich sogar 1. Vorsitzende des Vereins und hat die Community (von heute 20.000 Mitgliedern) verdoppelt.

OKR-Master

Aktuell ist Maren OKR-Master bei den Digital Media Women. Da der Verein dezentral und virtuell aufgebaut ist, funktionierte eine klassische Planungsmethode nicht. Daraufhin etablierte Maren die OKR-Methode („Objectives and Key Results“), eine Management-Methode, die durch Google weltweite Bekanntheit erlangte. Ziel ist es, dass sich der Verein selbstständig organisieren kann. Mit der Methode richtet Maren den Verein strategisch aus, um die Frauen, dich sich dort engagieren, möglichst gut zu unterstützen. Immer im Hinterkopf die Frage: Was kann ich heute tun, damit Wunsch von Gleichberechtigung verwirklicht wird?

#30MIT30-Kampagne

Die Kampagne der DMW hat Maren vor 1,5 Jahren ins Leben gerufen. Dabei werden 30 Unternehmen in Deutschland gesucht, die über 30 Frauen in den ersten drei Führungsebenen beschäftigen. Die 15 Unternehmen, die bis jetzt gefunden wurden, wurden interviewt zu den Gründen für eine Veränderung der Führungsebenen und die Folgen der Umstellung.

Weshalb Maren das Projekt initiierte? – „Es wird immer noch als Frauenproblem gehandelt. Also wird immer noch gesagt Frauen haben ein Problem, Frauen sind im Defizit, Frauen müssen, wir müssen die Frauen reparieren und dann wird das schon alles. So ist es aber nicht und dass zeigen auch schon sehr, sehr viele Studien. Es sind die Systeme, die das nicht zulassen. Und dann ist natürlich die Frage: Wie kann ich ein System verändern und vor allen Dingen auch Männer dazu kriegen? Also ich habe mal gesagt, wir müssen die Männer an Bord kriegen, denn erst wenn das passiert, werden wir wirklich Veränderungen anstoßen können.“

Innovationskraft durch Diversität

Warum sich 15 deutsche Unternehmen bewusst für mehr Frauen in Führungspositionen entschieden haben? Sie sahen es als überholt und nicht mehr zeitgemäß an, nur Männer auf Führungspositionen zu besetzen und keine Chancengleichheit zu etablieren. Außerdem sahen Unternehmen die Tatsache, diverse Teams aufzubauen, als notwendig an, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn: Studien zeigen, je vielfältiger ein Unternehmen aufgestellt ist, desto innovativer und erfolgreicher ist es!

Führungs- und Unternehmenskultur im Wandel

Mit einer veränderten Unternehmenskultur ginge schließlich eine veränderte Führungskultur einher. Es müssten faire Gehaltsmodelle entwickelt und die Recruiting-Prozesse verändert werden, so Maren. Um Diversität zu ermöglichen, sollten Unternehmen Trainings anbieten, um Bewusstsein gegen Klischees und Bias zu schaffen. Damit Personen jenseits der Klischees Führung zugetraut werden kann. „Und das ist tatsächlich schon immer wieder zu beobachten, dass Frauen mehr Ermutigung brauchen, in Führung zu gehen, weil sie oft auch noch in dieser Doppelrolle von Familie und Beruf sind tendenziell immer noch mehr die Mütter zuhause bleiben als die Väter oder sie da eher Gewissenskonflikte haben.“

Zudem sollte ein neues Arbeitsumfeld geschaffen werden: Die Arbeitsstelle sollte sich der Person und nicht andersherum anpassen. „Wie können wir die Stelle verändern, damit sie zu dir passt? Und das ist dann auch dieses Phänomen. Das heißt, auch Männern zum Beispiel wird viel mehr zugetraut, dass sie Care-Arbeit übernehmen, dass sie ihre Kinder von der Kita abholen. Dass sie jenseits dieses klassischen männlichen Führungsklischees, was es in vielen Unternehmen gibt, ermutigt werden, diesen diese Rolle des Vaters oder des pflegenden Familienmitglieds zu übernehmen, damit sie rauskommen aus dem Klischee.“

Ihr wollt wissen, weshalb Maren in einer reinen Frauenquote keine Lösung sieht, wieso sie freitags immer Kühe malt und um was es in ihrem Buch geht? – Dann ist das genau eure Folge. Jetzt reinhören.

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